Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- München [Nachricht]
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 39 (sequence 1)
- Language
- German
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Äorvefponöcn^cn. SO # München, S. Januar. Nach den Mittheilungen des bayrischen Oberronsistoriums sind im Jahre 1899 in Bauern 16 Juden zur römisch-katholischen Kirche ubergetreten. * Nürnberg, 6. Januar. Aus Anlaß des Neujahrsfestes sind u. a. folgende Auszeichnungen erfolgt: Zu Justizräthen ernannt wurden I)r. Freudenthal und vr. Stern in Würzburg und I)r. WiLLelshöfer in Fürth, zu Kommerzienräthen Banquier Weinschenk in Regensburg, Fabrikbesitzer K. I. Dessauer in Bamberg, Fabrikbesitzer Lip. Bendit in Fürth, Banquier Felix Heim in Würzburg und Fabrikbesitzer E. Heirnann in Schweinfurt, zum Hofrath vr. med. Maaß in Nürnberg. Wie der „Fränkische Curier" mittheilt, wurde die Privatklagesache des Vorsitzenden des antisemitischen Handlungsgehilfenverbandes, Kettembeil, gegen den Magisttatsratb Hugo Barbeck bei dem Amtsgericht zunächst abgewiesen, kam aber ans seine Beschwerde hin dennoch zur Verhandlung. Dieselbe endigte sehr schlecht für Kettembeil, denn Barbecks Kritik an Kettembeil wurde für 'gerechtfertigt crftcivt,. letzterer selbst aber zu einer Geldstrafe wegen Beleidigung verurtheilt. Gegen dieses Urthejl legte Kettembeil Berufung ein, hat dieselbe aber einen Tag vor der neuen Verhandlung zurückgezogen, womit die Verurtheilung Rechtskraft erlangte. s Karlsruhe, 10. Januar. Die in dem Nachbarort Kntclingen erscheinende „Dorfzeitung" hat ihr Erscheinen eingestellt. Sie hatte sich vergeblich bemüht, durch extreme Vertretung antisemitischer Tendenzen in der Landbevölkerung Anklang zu finden. + Mainz, 3. Januar. Kürzlich brachte das hier erscheinende „Katholische Volksblatt" folgende freundliche Aenßerung: „Der Beschluß des Stadtraths, die Erbauung eines FeuerbestattuNgsofens innerhalb des christlichen Fnedhofs zu gestatten, hat unter den Katholiken und auch bei vielen Protestanten mit Recht Anstoß erregt. Man erzählt sich, die -18 Verörennungskandidaten seien zum größten Theil — Inden. Dann hätte der Ofen von Rechtswegen auf den Judenkirchhof gehört. Einen noch passenderen Platz hätte er vielleicht vor einem andern Stadtthor etwas links von der Pariser Chaussee gefunden." Das nationalliberale „Mainzer Tagblatt" bemerkt dazu: „Mit dem Platz links von der Pariser Ehausiee ist natürlich die dorck befindliche Abdeckerei (der Schindanger) gemeint. Das Blatt fügt noch hinzu: „Wie niedrig muß der Bildungsgrad derer sein, denen der Verfasser eines solchen Blättchens so etwas als geistige Nahrung bietet. Und solche Leute sprechen im Reichstag von Toleranz." Der erste israelitische Lehrer hat, wie dem „Mainzer Journal" mitgetheilt wird, jüngst im höheren Schulwesen Hessens