Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Köln a. Rh.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 38 (sequence 2)
- Language
- German
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38 0>m deutschen Reich'. sonder n lediglich darum, ob er ordentlich zu kehren versteht" — Schade, daß das Centrum, dessen Organ die „Köln. Volkszeitung" ist, diesen vernünftigen Grundsatz nicht auch konsequent vertritt, wenn es sich um Besetzung irgend einer Stelle durch einen Juden handelt! H Hamburg, 8. Januar. Als Vertreter Barmbecks ist der antisemitische Rechtsanwalt A. M. Jacobsen mit 495 Stimmen in die Hamburger Bürgerschaft gewählt worden. Der liberale Kandidat der vereinigten Bürgervereine, Eiffe, erhielt nur 290, der Sozialdemokrat Niemcver 92 Stimmen. Die Antisemiten haben nunmehr drei Vertreter in der Bürgerschaft Hamburgs, wo die Folgen der Vogel-Ttrauß-Polink der Liberalen immer deutlicher zu Tage treten. Anläßlich eines Eingesandt in einer Zeitung, worin der „Verein Hamburger Bürger zu St. Georg" antisemitischer Tendenzen beschuldigt wurde, nahmen in der jüngsten Versammlung dieses Vereins mehrere Redner Gelegenheit, dies in scharfen Worten zurückzuweisen. Antisemitismus werde im Verein Hamburger Bürger zu St. Georg nicht getrieben, ebenso wie jede andere politische Tendenz ihm fern stehe. Der Verein habe seine Aufgabe allein dann erblickt, das Wohl St. Georgs nach besten Kräften zu fördert!, und werde dies auch fernerhin unentwegt thun." 8! Dessau, 3. Januar. Als der Herzog von Anhalt kürzlich dem Landesrabbiner Di*. Walter eine Audienz ertheilte und ihn durch eine längere Unterhaltung auszeichnete, drückte der Fürst über die aus Anlaß des Mordes in Könitz gegen die Juden entfaltete Agitation den heftigsten Unwillen aus.' K Leipzig, io. Januar. Das Reichsgericht verwarf gestern die Revision des verantwortlichen Redakteurs der Gennania, Centzen, der wegen Beleidigung 'der Behörden durch zwei Artikel über den Konitzer Mord vom Landgericht I in Berlin zu einem Monat Gefängniß verurtheilt worden war. Der hiesige Deutsch-sociale Reformverein beabsichtigte, die Feier der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches hier im Hotel de Pologne am 18. d. M. festlich zu begehen. Der Wirth verweigerte aber den Saal mit der Begründung, daß er auf die bei ihm verkehrenden jüdischen Geschäftsreisenden Rücksicht nehmen müsse. — Wie hiesige Blätter berichteten, hat der Vorsitzende des hiesigen Reformvereins, Rechtsanwalt Schnauß, das Vorstandsmitglied des Deutsch-Sozialen Vereins Kaufmann F. Schneider, unter den schärfsten Bedingungen auf Pistolen gefordert.