Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Pyritz
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 33 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 33 Professor der evangelischen Theologie, Herr Or. Strack zu Berlin, auf das Ersuchen, hier einen belehrenden Vortrag zu halten äußerte: „Es lohnt sich nicht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen! Pyritz, den 20. Dezember 1900. Max Schwarz. Or. Hahn." In demselben Blatte erschien daraus nachstehendes Inserat: „Der „öffentlichen Erklärung" vom 20. d. M. schließe ich mich im Namen vieler gleichgesinnter Bürger, die in Frieden leben wollen, und unter Hinweis auf das Bibelwort Jes. Sir. 3, 24: „Was Deines Amtes nicht ist, da laß Deinen Vorwitz!" an. Seminar-Direftor Reddner." O Könitz, 10. Januar. Vor Kurzem schrieb die „SLaatsbürger- Ztg.": „Es liegen Gründe für die Annahme vor, daß hier in der Konitzer Mordaffaire Zustände einreißcn, wie sie der schmutzige Sternberg-Prozeß in so krasser Weise zu Tage gefördert hat: Dort waren es die Freunde des reichen Wüstlings, hier sind' es die Juden, die in schamloser Weise Beeinflussung von Zeugen versuchen." — Wer die hiesigen Verhältnisse kennt, weiß, daß von jüdischer Seite hier ähnliches nie versucht worden ist, auch nie versucht werden konnte, daß aber durch die von den Herren Bruhn, Hoffrichter und Genossen geleitete private Nebcnuntersuchung mindestens ein Einfluß ausgeübt worden ist, welcher die Arbeit des berufenen Untersuchungsrichters erschwei4e und durchaus nicht zur Aufklärung des geheimnißvollen Thatbestandes beigctragen hat. An die Stelle jener privaten Untersuchungs - Commission ist neuerdings eine „Vereinigung zur Aufklärung des Konitzer Mordes" getreten, deren Zustandekommen lediglich auf ein geradezu verletzendes Mißtrauen gegen die mit der Untersuchung betrauten behördlichen Organe zurückzuführen ist, welche unbeeinflußt durch die Leidenschaft des politischen Parteikampfes ihres 'Amtes walten, was bei den kriminalistischen Dilettanten der „Vereinigung" seine Schwierigkeiten haben dürfte. Diese Ueberzeugung Hai wahrscheinlich die am 20. Dezember stattgehabte Vernehmung der Unterzeichner des Aufrufes der „Vereinigung zur Aufklärung des Konitzer Mordes" vor dem mit dem Ermittelungoverfahren beauftragten Amtsrichter Pankau veranlaßt. Wie von betheiligter Seite mitgetheilt wurde, handelte es sich dabei darum, was eigentlich bezweckt werde, ob etwa Anhaltspunkte bekannt oder vorhanden seien, welche die Behörde nicht gewürdigt habe u. s. w. Mit Recht wurde es von-der freisinnigen Presse seltsam gefunden, daß diese Vereinigung, welche offenkundig bezweckt, die ordentlichen Gerichte als nicht Vertrauens-