Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Breslau
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 32 (sequence 2)
- Language
- German
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Am deutschen Reich. 32 rufen der medizinischen Sachverständigen zur Begutachtung der Glaubwürdigkeit von Zeugen und der Zurechnungsfähigkeit von schwer belasteten Angeklagten eine schwere Gefährdung der Rechtspflege. Sie spricht die Erwartung aus, daß unsere Justizbehörden diesem zumeist von jüdischen Verteidigern betriebenen Unfug steuern und dadurch verhüten werden, daß die Strafrechtspflege aus den Händen des Richters in die des Irrenarztes hinübergleitet." 3. „Die Versammlung spricht ihr Befremden darüber aus, daß der Geheime Medizinalrath Eulenburg, der in einem Artikel der „Nation" vom 20. Oktober ganze Kategorien der im Maslof-Prozeß vorgeladenen Zeugen im voraus als krankhaften Vorstellungen unterliegend verdächtigt hat, im Sternberg-Prozesse als gerichtlicher Sachverständiger Zugelassen worden ist." — Am Tage darauf sprach auf dem Parteitage der deutsch-socialen Reformpartei Or. Giese über die Magdeburger Scheidung, worauf die zukünftige Organisation in Schlesien einer eingehenden Beratung unterzogen wurde. In Zukunft sollen alljährlich in der ganzen Provinz Volksversammlungen abgehalten werden, um die Bewegung in Schlesien wieder in Fluß zu bringen. — Hoffentlich wird dieser Plan mißlingen! Stettin, 3. Januar. Am 20. v. Mts. verschied unser treues Dereinsmitglied, der Kultusvorsteher der hiesigen Gemeinde, S. Lew in, der mehr als ein Jahrzehnt dieses Amt mit größter Hingebung verwaltet und besonders auf dem Gebiete des Armenwesens eine hervorragende Thätigkeit entwickelt hat. Ihm ist es zu danken, daß durch Schaffung der Eentralarmenkasse hier die Wanderbettelei bedeutend abgenommen hat. 4S Pyritz, 3. Januar. In dem „Pvritzer Kreisblatt" wurde folgende Erklärung veröffentlicht: „Der Kloriner Pastor Krösell, hat in seiner letzten Rede hier, die er einen „wissenschaftlichen Vortrag" zu nennen beliebt, erklärt, es wäre ihm lieb, wenn ihm von den Juden Jemand entgegengestellt würde, um ihn von dem Gegenthcil seiner Behauptungen zu überzeugen. Wir erklären null hiermit, um falschen Deutungen unseres Schweigens vorzubeugen, daß wir gamicht das Bedürfniß haben, den „wissenschaftlichen Vorträgen" des Kloxiner Pastors durch unfern öffentlichen Widerspruch diejenige Bedeutung beizumesien, die ihnen thatsächlich nicht zukommt. Der bessere Thcil der Bürger weiß ohnehin über den Pastor Krösell und seine in Volksversammlungen vorgetragene „Wissenschaft" Bescheid. Die Leichtgläubigen, die sich durch die Darstellung des obigen Herrn Pastors haben irre machen lassen, werden, das wissen wir, schon durch die Thatsachen und durch allmähliche Ernüchterung belehrt werden. Wir sind durchaus der Ansicht, die der als Talmudforscher berühmte