Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- In eigener Sache
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 17 (sequence 1)
- Language
- German
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In eigner Zad)e> Ju einem Artikel über den Werth und Zweck eines Judentages (Israelitisches Familienblatt Nr. 51 des vorigen Jahres) verbreitet sich Herr vr. Bodenheimer-Cöln über die Abwehr des Antisemitismus. Wir freuen uns, dem Herrn Verfasser in vielen Punkten seiner 'Ausführungen beipflichten zu können und bedauern aufrichtig, daß wir es nicht in allen können. Treffend beurtheilt der Herr Verfasser das muthige Eintreten Andersgläubiger für die Rechte der Juden, treffend sagt er: „Es bietet sicher einen widerwärtigen Anblick, wenn der Angefallene seinen Rücken thatlos den Schlägen darbietet, in der Erwartung, daß sein guter Freund dem Strolch die Waffe entreiße." Der Herr- Verfasser muß ferner die Zustimmung aller deutschen Juden erhalten, wenn er sagt, „daß wir unbeirrt durch den gehässigen Kampf, welchen die antisemitische Bewegung gegen uns entfacht, in umwandelbarer Treue für das Wohl unseres deutschen Vaterlandes arbeiten werden, daß wir uns aber das Recht nicht nehmen lassen, unsere in den Staub gezerrte Ehre selbst zu reinigen und jedem auf dieselbe gerichteten Angriff entgegenzutreten." Um so mehr sind wir überrascht einer Beurtheilung der Thätigkeit des „Central-Dereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" zu begegnen, die entweder einer ungenauen Kenntniß oder einseitigen, nicht unbefangenen Beurtheilung entsprungen sein muß. Der Herr Verfasser nennt den Namen unseres Vereins eine „Mischmaschbezeichnung," ohne zu sagen, worin dieser „Mischmasch" bestehe. Wir geben gern zu, daß der Name etwas lang ist, aber wir behaupten, daß er es sein muß, weil er klar aussprechen soll, für wen er eine Centrale sein oder werden soll. Kürze auf Kosten der Klarbeit verschleiert die Wahrheit. Und doch hat unser Verein sich die Aufgabe gestellt, im Lichte der Öffentlichkeit zu kämpfen, ist diesem Grundsätze stets treu geblieben und wird es auch hoffentlich stets bleiben. Wir halten es für unbegründet, daß „die Gesichtspunkte, die diesen Verein beherrschen, zu eng seien, weil „seine Aufgabe durch die Bekämpfung des Antisemitismus begrenzt und geknebelt" sei. Gerade weil wir unsere Aufgabe deutlich umschrieben und umgrenzt haben, gerade weil wir nicht unkenntlichen und verschwommenen Zielen zustreben, müssen und werden wir Erfolg haben. Wie kann man den geknebelt nennen, det sich die weise Beschränkung des Meisters auferlegt, der aus Leben und Lehre weiß, „das Gesetz nur kann uns