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Im deutschen Reich · 1900-12-01 · Heft 12 (Dezember 1900) · p. 660

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 12 (Dezember 1900)
Article
B. R. Berlin
Date
1900-12-01
Page
660 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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660 Briefkasten der Redaktion. V. N. Berlin. Die „Staatsbürger-Zeitung" veröffentlichte am 29. November nachstehenden Bericht aus Warschau: „Hier erhängte sich ein 14 jähriger jüdischer Knabe. Der Selbstmörder, der sich stets durch Wiffensbegierde auszeichnete, hinterließ einen Zettel, auf dem er mittheilt: „Ich habe mich nur aus Neugierde aufgehängt. Ich möchte gar zu gerne wiffen, was dort im Jenseits geschieht." Dazu bemerkt das geistreiche Berliner Antisemitenblatt: „Möchten doch alle seine Stammesgenoffen von gleichem Wiffensdrange beseelt sein!" — Dieser „Wunsch" der „Staatsbürger-Ztg." dürste zunächst noch unerfüllt bleiben; wir stellen aber gern fest, daß solche Wünsche von den angeblichen Vertretern christlicher Nächstenliebe gehegt werden l O. 8. Berlin. Die Notiz der „Deutsch-Sozialen Blätter", welche die Wechselfälschung des Inhabers einer Manufakturwaaren-Firma in Köln betrifft, entspricht der Wahrheit. Nach einem Telegramm der „Frankfurter Ztg." aus New-Dork ist dort S. Löwengard verhaftet worden. Daß die „Deutsch-Sozialen Blätter" aber jene Nachricht mit der Überschrift „Es giebt auch anständige Juden" versehen haben, veranlaßt unwillkürlich zu der Frage: Was würde wohl Herr Liebermann von Sonnenberg sagen, wenn im Falle Hammerstein geschrieben worden wäre: „Es giebt auch anständige preußische Edelleute!" oder in einem anderen Falle: „Es giebt auch anständige Antisemiten, welche keine Wechsel fälschen, ihr Ehrenwort nicht brechen u. dgl. m."? S. S. Berlin. Die „Staatsbürger-Zeitung" brachte am 25. November eine Notiz, in der sie sich über die Beziehungen Fritz Friedmann's, des „gehetzten Edelwildes", zu August Sternberg aufhielt. In derselben Nummer brachte sie aber mit fetten Lettern das gutbezahlte Inserat: Dr. Fritz Friedmann 2. Rue Borgval, Brüssel. Internationales Rechtsbureau. Bruhn hält es offenbar mit dem bekannten Ausspruch des römischen Kaisersohnes Titus: Ron ölet! Er schimpft auf jüdische Reklamen, bringt aber im Anzeigentheil seines Blattes ein langes Inserat des Gesundheitsforschers „von Gottes Gnaden" I a e o b i, der

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