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Im deutschen Reich · 1900-12-01 · Heft 12 (Dezember 1900) · p. 653

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 12 (Dezember 1900)
Article
Konitz
Date
1900-12-01
Page
653 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 653 Sachverständiger fungierte kein jüdischer Bauunternehmer, sondern der christliche Baumeister Enders aus Berlin. Die Ladung bezw. Benachrichtigung von dem Termin ist gesetzlich vorgeschrieben, und ihr Unterbleiben hätte die Folge gehabt, daß das Ergebniß der Augenscheinnahme in der Hauptverhandlung nicht hätte verwerthet werden können. Das vor einigen Tagen unter dem Verdacht des Meineids in das hiesige Justizgefängniß eingelieferte Elias Rosen thal'sche Ehepaar aus Kamin ist seines leidenden Zustandes wegen dem Konitzer städtischen Krankenhause zugesührt worden. — Die militärische Besetzung der Stadt Könitz durch Mannschaften der Infanterie-Regimenter Nr. 14 und Nr. 141 wird vor der Hand laut ministerieller Anordnung bis zum 1. April aufrecht erhalten bleiben. Zu diesem Zweck sind die Mannschaften jetzt aus den bisher innegehabten Bürgerquartieren in das Schützenhaus und in die Provinzialbesierungsanstalt übergesiedelt. Ci Flatow, 2. Dezember. In dem benachbarten Dorfe Zakrzewo sind den beiden jüdischen Gastwirthen die Fenster eingeworfen worden. Die Steine wurden mit solcher Gewalt geschleudert, daß sie die Fensterkreuze und die Fensterrahmen zerstörten, weit in dieStube flogen und viele mit Getränken gefüllte Flaschen zertrümmerten. £ Löbau i. Weftpr., 1. Dezember. Am 22. v.^Mts. hat hier eine gemeinschaftliche Sitzung des Magistrars und der Stadtverordnetenversammlung unter Vorsitz des Bürgermeisters Zimmer stattgefunden, in welcher unser Vereinsmitglied, der Kaufmann A. B adt, zum KreistagSabgeordneten für die Stadt Löbau gewählt wurde. [Q Allenstein, 3. Dezember. Ter Bericht, welcher der „Staatsbürger-Ztg." von hier aus kürzlich über eine Verurtheilung der „Ermländischen Zeitung" zugegangen ist, zeigt nur, wie beharrlich die Antisemiten bestrebt sind, das gefährliche Märchen von der „Verjudung der deutschen Rechtspflege" zu verkünden. Jene Notiz lautete wörtlich: „Daß gegen Juden und Christen bei uns im Deutschen Reich mit zweierlei Maß gemessen wird, zeigt wieder folgender Fall: Der jüdische Assistenzarzt der Reserve, Dr. Jakobsohn, fand es für passend, am hiesigen Maskenballe eine Imitation des Ordensgewandes des katholischen Franziskaner-Ordens als „Maskerade" zu benützen. Die „Ermländische Zeitung" nannte das eine „Undankbarkeit" gegen die katholische Bevölkerung der Stadt, in der Dr. Jakobsohn doch Existenz genießt. Der Redakteur wurde nun über Klage des Herrn

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