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Im deutschen Reich · 1900-12-01 · Heft 12 (Dezember 1900) · p. 651

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 12 (Dezember 1900)
Article
Liegnitz
Date
1900-12-01
Page
651 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. €51 Männer klangvollen Namens in der Kirche, der Justiz und der Wissenschaft, sowie die Geschäftsleute im allgemeinen mit Koth und Schmutz in widerlichster Weise beworfen habe; eine Lüge sei es, wenn Herr Mosch behaupte, er selbst sei der Einberufer der Versammlung. Nunmehr feuerten Mosch und Comp, ihre Meute zu Thätlichkeiten gegen den unerwartet in die Erscheinung getretenen Gegner an. Als darauf einige Gesellen dem Redakteur Losch zu Leibe zu gehen versuchten, und der Lärm der racheschnaubenden Moschianer derartig wurde, daß eine regelrechte Versammlung nicht mehr möglich war, hob der überwachende Polizei-Kommissar dieselbe auf. Unangefochten verließ Redakteur Losch den Saal. — Die Vorstellung war aus und Hans von Mosch um das Hoch gekommen, das Mannes für ihn noch ln petto hatte. <]> Vromberg, 2. Dezember. Seiner Geöurtsstadt Wisiek stiftete Kommerzienrath Aronsohn ein neu erbautes Haus, welches zur Hälfte von städtischen Armen bewohnt wird, während die andere Hälfte für die in Wisiek zu begründende Diakonissenstation und Klein-Kinderbewahranstalt bestimmt ist. Aus Dankbarkeit ernannte die Stadt Wisiek den Stifter zum Ehrenbürger. n Rakel, 1. Dezember. Fern von hier feierte seiner Zeit der verdiente Vorsteher der hiesigen Synagogen-Gemeinde, Lesier Bärwald, in Baden-Baden seinen siebzigsten Geburtstag. Nach seiner Rückkehr nach Nakel brachten ihm aber die Vorstandsmitglieder, denen sich der Ortsrabbiner anschloß, herzliche Glückwünsche dar und widmeten dem Jubilar als Ehrengabe eine auf einer Granitsäule ruhende, kunstvoll gearbeitete Bronzebüste Moses'. Ter Magistrat und die Stadtverordneten, deren Vorsteher der Jubilar ist, hatten ihm vorher telegraphische Glückwünsche nach Baden-Baden gesandt. X Schneidemühl, 1. Dezember. Dem hiesigen Magistrat ging eine Eingabe zu, in welcher sich eine Anzahl von Bürgern darüber beschwert, daß im hiesigen städtischen Schlachthause ein Jude als Fleischbeschauer angestellt und berufen sei, die geschlachteten Schweine auf Trichinen zu untersuchen. Diese offenbar aus Mißgunst hervorgegangene Eingabe wurde mit Recht abschlägig beschieden. Der Magistrat war offenbar der Ansicht, daß beim Fleischbeschauen die Konfession keine Rolle spiele. n Janowitz, 1. Dezember. Mehrere Antisemitenblatter, darunter auch die „Deutsche Zeitung" Dr. Friedrich Lange's, ereiferten sich über die Zusammensetzung der hiesigen Stadtverordneten-Versammlung und bezeichneten es sogar als angebracht, „daß die Behörde einfach die Wahl eines weiteren jüdischen Stadtverordneten nicht bestätige". 47

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