Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1900)
- Article
- Rogasen
- Date
- 1900-12-01
- Page
- 650 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316663-2316675--07506-2327002- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
650 Im deutschen Reich. einige Knochenreste zwischen das Pawlak'sche und das Nachbargrundstück geworfen, zumal mit den damals gefundenen Knochenfragmenten auch anderweitig in nächtlicher Zeit Unfug verübt wurde. Skelette sind nirgends auf dem P.'schen Grundstücke gefunden worden, nur Knochenfragmente. 3. Es ist ferner nicht wahr, daß in dem Pawlak'schen Hause seit Jahren mehrere jüdische Fleischer gewohnt haben; der letzte Fleischer, der vor Pawlak etwa 12 Jahre das Grundstück besaß und bewohnte, war der jüdische Fleischer Gollantscher, ein hochbetagter und schwacher Mann, der sein Gewerbe seit Jahren nicht ausübte; desien Vorbesitzer war der (katholische) Fleischer Kulczynski. 4. Die Schlußfolgerung, daß der jüdische Redakteur des „Nogasener Jntelligenzblattes" die Sache dahin zu erklären suchte, daß sich der ehemalige katholische Kirchhof bis zu diesem Hause hingezogen hat, womit wohl der Glaube erweckt werden sollte, ich hätte bei einem unlautern Manöver oder bei der Vertuschung eines solchen geholfen, ist somit hinfällig; ich habe vielmehr nur einer zur Zeit hier vielfach verbreiteten Meinung im „Rogasener Wochenblatt" Ausdruck gegeben." — Die „Staatsbürgerin" hat sich nicht beeilt, der Wahrheit die Ehre zu geben, denn bis heute hat sie die Berichtigung nicht veröffentlicht, sondern ihre Leser in dem Wahn gelaffen, durch welchen jüdische Fleischer verdächtigt wurden. Wozu solchen fetten Biffen fahren lassen, wenn man nicht durch Strafandrohungen dazu gezwungen wird! Lp Liegnitz, 2. Dezember. Eine antisemitische Radauversammlung wurde hier von dem „Deutschen Volksbunde" am 26. November abgehalten. Nachdem der Antisemit Mannes das bekannte Lied der Ahlwardt-Jünger heruntergeleiert hatte, wobei u. a. auch Kardinal Fürstbischof Dr. Ko'pp in widerlicher Weise angegriffen wurde, kam er auf die Preffe zu sprechen, die schreiben müffe, wie es die Juden haben wollen, und außer der antisemitischen Preffe insgesammr gesinnungslos sei. Da rief der Redakteur Losch vom „Liegnitzer Anzeiger" dem maßlosen Redner zu: „Das ist unwahr", und als jener seine kraffe Behauptung dreimal wiederholte, schleuderte ihm derselbe Rufer das Wort „Lüge" entgegen- Hans von Mosch sowohl wie Mannes und einige ihrer Gesinnungsgenoffen schrieen nun: „Raus mit dem Zwischenrufer!". Redakteur Losch bahnte sich aber durch die Lobende Menge einen Weg und fragte, wer. denn überhaupt das Hausrecht habe; es sei kein Bureau, also auch kein Leiter der Versammlung gewählt. Niemand als der Wirth habe hier zu gebieten; nicht einmal der Einberuser der Versammlung sei zur Stelle; Mosch habe sich wenig gentlemanlike gezeigt, indem er die ehremvertO Preffe,