Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1900)
- Article
- Kottbus
- Date
- 1900-12-01
- Page
- 649 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 649 Auflösung der Versammlung veranlaßt sah, die von einem Obersekretär -er StaatsanwalLschaft geleitet worden war. 0 Magdeburg, 4. Dezember. In der Aula deL neuerbauten Schulhauses der hiesigen jüdischen Gemeinde wurde die Bronze-Büste des verdienstvollen ehemaligen Rabbiners Dr. Ludwig Philippson feierlich enthüllt. In Magdeburg schuf Philippson zahlreiche bibelkritische, liturgische und pädagogische Arbeiten und begründete hier die „Allgemeine Zeitung des Judenthums". Der älteste Sohn des Gefeierten, Professor Dr. Martin Philippson, dankte der Gemeinde im Namen der Familie. Nogasen, 1. Dezember. Ein in der „Staatsbürger-Ztg." veröffentlichter, vom II. September d. I. datierter Bericht aus dem hiesigen Orte hatte folgenden Wortlaut: „Beim Einreißen des durch Brand beschädigten Pawlak'schen Hauses in der Großen Marktstraße stieß man auf einen vermauerten Keller, von deffen Bestehen die Hausbewohner nichts wußten, und in dem man drei menschliche Skelette fand. Seit Jahren wohnten in dem Hause j ü d i sch e Fleischer, zuletzt ein gewiffer Gollantscher. Der jüdische Redakteur des hiesigen „Jntelligenzblattes" sucht die Sache dahin zu erklären, daß sich der ehemalige katholische Kirchhof bis zu diesem Hause hingezogen hat. Die Skelette müßten also von selbst die Mauern durchbrochen haben!" — Der Herausgeber des „Rogasener Wochenblattes", Buchhändler Leopold Ehrlich, sandte darauf am 2. Oktober der „Staatsbürger-Ztg." nachstehende Berichtigung zu: „1. Es ist nicht wahr, daß die Bewohner des Pawlak'schen Hauses von der Eristenz eines Kellers nichts wußten; der betr. g e mauerte, nicht uermauerte Keller war den Bewohnern des Hauses bekannt und ist von denselben benutzt worden; ein vermauerter Keller wurde dort nicht gefunden. 2. Es ist ebenso unwahr, daß dort drei menschliche Skelette gefunden wurden; beim Abräumen des Schuttes nach dem Brande des Pawlak'schen Hauses wurden zwischen der Mauer des Pawlak'schen und der des Nachbargrundstückes, frei auf der Erde liegend, wenn auch mit Bauschutt bedeckt, drei Schädeldecken und drei Unterkiefer von sehr mürber Beschaffenheit gefunden. Vor einigen Jahren ist, etwa 20 bis 35 Meter vom Pawlal'schen Grundstück entfernt, ein neues Postgebäude auf einem bisher der katholischen Kirchengemeinde gehörigen Platze aufgeführt worden, welcher Platz in grauer Vergangenheit als Kirchhof gedient hat. Dieser Platz entpuppte sich bei der Fundamentierung als eine wahre Schädelstätte und enthielt eine große Menge von Schädeln und Krwchen; von diesen Knochen haben unzweifelhaft ruchlose Hände