Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 11 (November 1900)
- Article
- O. P. Berlin
- Date
- 1900-11-01
- Page
- 615 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der ‘Rebdttxon. 615 nehmigung einer Namensänderung nachsuchte, habe ich gesetzlich zu meinen Vornamen Maximilian Felix Ernst den Familiennamen Harden gefügt. Das ist mindestens vierzehn Jahre her, fällt also in eine Zeit, wo ich nicht daran denken konnte, jemals mich öffentlich als Schriftsteller zu betätigen. Die amtliche und politische Haltung meines Bruders (des Oberbürgermeisters in Posen) entzieht sich völlig meinem Einfluß." — Danach kann man das, was Herr Harden thut, dem Judenthum in keiner Weise zur Last legen! E. G. Berlin. An die Stelle des „Germanischen Volksbundes „ ist neuerdings der „Deutsche Volksbund" getreten, in welchem Dr. B ö ck e l, Prof. Dr. PaulFörster und HansvonMosch die erste Nolle spielen. Wie der Letztere öffentlich in Magdeburg erzählte, stehen an der Spitze dieses Bundes drei Großmeister, die einen Nütlischwur unter sich geleistet haben; sie haben sich sieben Meister gewählt, dem sich noch 13 Freischöppen zugesellen. Dieser „Rath der Dreiundzwanzig" regiert absolut; was er beschließe, sei absolutes Gesetz, meint Herr von Mosch. Er ernenne überall Vertrauensmänner zu Schöffen des Bundes; außerdem gebe es noch „Freunde", d. h. solche, die durch irgend welche Gründe mit ihrer Ansicht nicht an die Oeffentlichkeit treten können. Weiter seien Agitatoren, die „Ritter des Bundes", vorhanden, gegenwärtig 4, die wöchentlich 28 Borträge halten. Die Mitgliederzahl betrage jetzt 1230, der monatliche Beitrag 1 Mark. A. E. Berlin. Der Gesammtauflage der Nummer 494 der „Staatsbürger-Ztg." vom 21. v. M. lag nicht nur das 16. Preisverzeichniß der Fima Baer Sohn bei, sondern das judenfeindliche Blatt brachte in derselben Nummer unter „Geschäftliche Mittheilungen" eine redaktionelle Empfehlung der „drei modern erweiterten und praktisch eingerichteten Geschäftshäuser" dieser Firma, bezw. der „enormen Läger" derselben. Ihre Annahme, daß Herr D. Baer Diffident sei, ist eine irrthümliche; dieser Herr bekennt sich nicht nur heute noch zum Judenthum, sondern hat s. Z. -sogar (wie eine Notiz der „Voff. Ztg." vom 1. Mai d. I. beweist) eine Besprechung von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde angeregt, um eine Geldsammlung für die Entdeckung der Mörder in Könitz zu veranstalten. Trotzdem ist er ein bevorzugter Inserent des Blattes, welches täglich die Meinung zu verbreiten sucht, daß diese Mörder Juden sind und das Verbrechen aus religiösem Fanatismus verübt haben! Diese Thatsache ist für die inserierende Firma ebenso charakteristisch wie für das 'antisemitische Insertions-Organ. B. G. Potsdam» Die „Kreuz-Ztg." schrieb am 6. Novbr.: