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Im deutschen Reich · 1900-11-01 · Heft 11 (November 1900) · p. 614

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 11 (November 1900)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1900-11-01
Page
614 (sequence 7)
Language
German
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614 3m deutschen Reich. Manasse Werner. — Das Komitee hat die Aufgabe, die Interessen und Geschäfte des Vereins in Posen wahrzunehmen und den Vorstand bei Bekämpfung der antisemitischen Provinzialpresse wirksam zu unterstützen. — (Korrespondenzen sind wie bisher an Herrn Dr. Th. Pincus zu richten» A. L. Briefkasten der Redaktion. C. R. Berlin. Wir verweisen Sie auf die „Voss. Ztg." vom 8. November, wo in der Notiz „Prozeß Sternberg" gesagt wird: „Es war ganz heiter, zu erfahren, wie der Friseur Schindler, obwohl er ganz und gar nicht zu Gunsten Sternberg's aussagt, beschuldigt sein soll, von Sternberg bestochen zu sein, was Gerichtshof, Staatsanwalt und Vertheidigung mit gleicher Einmüthigkeit zurückwiesen, oder wie in den Gesprächen einzelner Kriminalschutzmänner Sternbrrg als Jude bezeichnet sein soll, während er doch, nach der Erklärung des Präsidenten, nie Jude gewesen ist." — Sternberg ist evangelisch, der Schwiegersohn eines Obersten; das sind Thatsachen, welche der antisemitischen Presse sehr wohl bekannt sind, aber das hindert dieselbe in keiner Weise, den Mann dem Judenthum an die Nockschöße zu hängen. Selbst die fromme „Kreuzzeitung" und die aristokratische „Post" machen sich daraus kein Gewissen; von der „Staatsbürger-Ztg." ganz zu schweigen, die Herrn von Meerscheidt-Hüllessem höhnisch zuruft, daß er das alte Wort vergessen habe: Qui mange du juif, en meurt! Nächstens weisen \it Antisemitenblätter vielleicht auch noch nach, daß „Maßloff" jüdischer Abstammung ist! O. P. Berlin. Der Herausgeber der „Zukunft", Maximilian Harden, ist weder Jude noch Dissident. In Folge von Vorwürfen seitens der katholischen „Köln. Volkszeitung" schrieb er diesem Blatt: „Ich bin in Berlin geboren, habe nie die allergeringste Berührung mit jüdischer Religion gehabt, und bin als Knabe, sechzehnjährig, zum Christenthum übergetreten, weil ich darin die reinste der mir bekannten Glaubensformen sah. Ich habe keine Religion aufgegeben, denn ich hatte bis dahin keine gekannt, hatte nur als Schüler an der christlichen Religionsstunde theilgenommen. Als meine Familie nicht aus Streberinteresse, sondern in Folge eines durch schwere Krankheit verursachten Familienkonfliktes die Ge-

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