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Im deutschen Reich · 1900-11-01 · Heft 11 (November 1900) · p. 602

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 11 (November 1900)
Article
Posen
Date
1900-11-01
Page
602 (sequence 2)
Language
German
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602 3m deutschen Reich. sich den Kampf vor: Die Polen stehen geschlossen da; sie haben ihren Kastengeist überwunden; bewunderungswürdig ist ihre Organisation und die persönliche Hingabe des einzelnen; sie lieben ihre Heimath, und ihre Kinder bleiben hier. Und die deutsche Seite: Die im Interesse des Dienstes in den Grenzen des Reiches allzu häufig versetzten Staatsbeamten fassen hier weder für sich, noch weniger für ihre Kinder festen Fuß. Im Uebrigen ein sich Ab - und Aus - schließen nach Ständen, Berufen und nach derKonfession, kurz die weitgehendste Spaltung. Ein nicht unbedeutender Theil: die Juden sehen sich gezwungen, bei diesem Kampf mit „Gewehr ab" zu stehen, wenn sie nicht gar zwischen zwei Feuer kommen. Der Kampf ist zu ungleich, auch wenn das Schwergewicht des Staates zu den Deutschen steht. Die Polen werden in ihren Fortschritten nicht aufgehalten werden, sie sind es, die zumeist die Plätze der sich vermindernden Juden einnehmen, nicht etwa von Westen hereinkommende christliche Deutsche. Die neuesten Maßnahmen der Regierung, die zur Hebung der Provinz geschehen nnd vorgesehen sind, sind gewiß von Nutzen, allmählich erkennt man auch, daß Kastengeist und Hochmuth hier nicht am Platze sind, aber zu der Erkenntniß ist man doch nicht ganz durchgedrungen, daß in dem Kampfe um die wirthschaftliche Vorherrschaft der Antisemitismus der besteVerbündete der Polen ist." — Vom Schriftführer des „Deutschen Ostmarken- Vereins", Dr. Bovenschen, ist eine Erklärung ergangen, welche die Bekämpfung der Juden durch jenen Verein in Abrede stellt. Tr. Bovenschen sagt: „Ich stelle dem Herrn Verfasier jener Zuschrift bereitwilligst alle unsere offiziellen und nicht offiziellen Veröffentlichungen zur Verfügung; aus ihnen wird er ersehen können, daß von uns nirgendwo auch nur ein Wort gesagt worden ist, das Ihrem Herrn Mitarbeiter Berechtigung zu der Annahme geben könnte, daß der Ostmarkenverein die Juden bekämpfe. Wenn die Juden sich nicht in Schaaren zum Eintritt in unfern Verein gemeldet haben — nebenbei bemerkt, gehört, ihm thatsächlich auch eine Reihe von Juden an — so mag sich diese Erscheinung daraus erkären, daß die Juden Ln der Provinz Posen zumeist Geschäftsleute sind und befürchten mochten, von den Polen boykottiert zu werden, wenn sie dem Ostmarkenverein beitreten." Gnesen, 3. November. Die 2. Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts hat als Berufungsinstanz den Kaufmann Isaak F o e r d e r, den Schneidermeister Salomon Salomonis, dessen Gattin und den Kaufmann Louis Mode, sämmtlich aus Wongrowitz, welche beschuldigt waren, den dortigen Lehrer

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