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Im deutschen Reich · 1900-09-01 · Heft 9 (September 1900) · p. 475

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 9 (September 1900)
Article
Bochum
Date
1900-09-01
Page
475 (sequence 1)
Language
German
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Korrespondenzen. 475 n Bochum, 1. September. Wie der"„Bochumer Ztg." berichtet wurde, kam kürzlich der Bürgermeister v. B. im Kreise W . . . . in das Kasino, in welchem ein j ü d i s ch e r A s s e s s o r mit Herren vom Gericht Karten spielte. Da der Assessor der Thüre den Rücken zuwandte, glaubte der eintretende Bürgermeister „Judengrimassen" mit Hinweis auf d'en Assessor machen zu dürfen. Zufällig aber sah der Assesior in dem gegenüberhängenden Spiegel dies bürgermeisterliche Gebahren, stand auf und verwies dem Spaßmacher sein Benehmen als taktlos und jungenhaft. Jetzt spielte der „Herr Bürgermeister" den Beleidigten und forderte den Assesior auf Pistolen. Zur verabredeten Zeit war aber der Asiesior allein auf dem Kampfplatz, während der „Herr Bürgermeister und Reserveleutnant" die Vorsicht für den nützlicheren Theil der Tapferkeit erachtete. Das Offizierehrengericht jedoch war anderer Ansicht in der Beurtheilung der frevelhaften Heraufbeschwörung eines Duells einerseits und dem tapferen Ausweichen vor des Gegners Kugel andererseits. 0 Hechirrgen, 1. September. Die ..Hohenzollernschen Blätter" veröffentlichen Nachstehendes: „Wie wir vernehmen, tritt Hr. Lehrer und Nabbinatsverweser Levi hier mit dem I. September wegen andauernder Krankheiten den Ruhestand. Am gleichen Tage werden es 25 Jahre, daß er die hiesige Stelle angetreten hat. Schon bei der diesjährigen Schlußseier an der Kgl. Realschule, zu deren Lehrkörper L. seit Jahren gehörte, drückte Herr Direktor Dr. Baar in warmen Worten der Anerkennung sein Bedauern über das Scheiden des Herrn L. aus. Auch das Kgl. Provinzialschulkollegium erkannte, wie der Jahresbericht der Kgl. Realschule meldet, in einem Dankschreiben die langjährige pflichttreue Thätigkeit des Herrn Levi an der Anstalt an. Wie wir hören, siedelt derselbe im kommenden Monat nach Stuttgart über. Möge er dort noch lange die wohlverdiente Ruhe genießen." Nach dem heutigen Gottesdienste überreichte der Vorstand dem Jubilar einen kunstvoll gearbeiteten Tafelaufsatz. Am Tage vorher war ihm durch den Vertreter der Regierung der vom Kaiser verliehene Hohenzollernsche Hausorden überreicht worden. 0 München, 10. September. Das hier erscheinende „Deutsche Volksblatt" und das „Bayrische Vaterland" hatten in einer „Christenmädchen in Judenhäusern" überschriebenen Korrespondenz auö Budapest die Behauptung verbreitet, der dortige jüdische Kaufmann Klein habe seine Magd Paula Olajeeck, nachdem sie Zwillinge geboren, mitten in der Nacht auf die Straße gejagt. Die wegen dieser Beschuldigung von Klein gegen die verantwortlichen Redakteure O t t o Schoy und

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