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Im deutschen Reich · 1900-10-01 · Heft 10 (Oktober 1900) · p. 552

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 10 (Oktober 1900)
Article
P. K. Stettin
Date
1900-10-01
Page
552 (sequence 2)
Language
German
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652 3m deutschen Reich. kürzlich aus Deutsch-Krone berichten ließ: „Herr Kaufmann Nathan Werner, Hierselbst, hat gleichwie bei einer früheren Gelegenheit auch anläßlich der standesamtlichen Eheschließung seiner Tochter Flora am gestrigen Tage für die christlichen Armen der Stadt 100 Mark gespendet und genannte Summe Herrn Bürgermeister Müller übergeben. — Als der Fuchs den Hasen verzehrt hatte, schenkte er den Kindern desselben das Fell, indem er sagte: Hier, lieben Kinder, nehmt und laßt es euch gut schmecken: Ihr seht doch nun, wie gut ich es mit euch meine!" — Von Antisemiten kann man freilich kein Verfländniß für jüdischen Wohlthätigkeitssinn erwarten! P. S. Hamburg. Die von dem dortigen Antisemitenblatt der „Deutschen Tageszeitung" entlehnte Notiz lautet: „Es ist bezeichnend, daß die jüdischen Genossen Adler und Wurm mit der größten Entschiedenheit gegen eine Erörterung der Trunksuchtsfrage austraten." Herr Adler, welcher den Parteitag ersuchte, zu erklären, daß „die Alkoholfrage Privatsache sei", ist aber geborener Christ. Im Freischütz heißt es bekanntlich: „Der Adler ist Dir nicht geschenkt!" M. L. Altona. Das dortige „Deutsche Blatt" schrieb am 26. September: „Herr Isidor Wittkowski), der bekanntlich unter dem Namen Maximilian Harden schreibt und die „Z u k u n f t" herausgiebt, war mit den Konitzer Untersuchungsbehörden nicht zufrieden gewesen. Nicht etwa, weil sie alle Spuren, die . auf jüdische Thäter hindeuteten, einfach nicht beachtet, sondern weil sie nicht sofort einen Christen beim Wickel genommen hätten. Er bemerkte in seiner Zeitschrift deshalb: „Hier in Könitz leistete ein Kriminalkommissar, was solche ungebildeten Leute in jedem heiklen Falle immer leisten." Durch eine Geldstrafe von .300 Mark oder 30 Tage Gefängniß wurde ihm klar gemacht, daß er sich über die Aufgaben einerdeutschen Justizbehörde in einem Jrrthum befand." — Wir meinen, daß die Konitzer Untersuchungsbehörden Grund hatten, sich beleidigt zu fühlen, aber sicher würde es dem Organ der „Nordmark"-Antisemiten noch nützlicher sein, über die Aufgaben einer deutschen Justizbehörde eine Belehrung zu empfangen! A. K. Dresden. Die „Deutsche Wacht" ist nicht daS einzige Antisemitenblatt, welches die Empfehlungen des Buren-Magenbitters von Sandmann und Wolffgang als „jüdische Reklame" bekrittelt. Die „Staatsbürger-Ztg." jammerte förmlich über die „widerwärtige Anpreisung des Judenschnapses"; dabei leisten manche Antisemitenblätter das Höchste in Bezug auf „niedrige Reklame" und loben selbst jüdische Jargon-Theater bis über die Hutschnur, wenn sie

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