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Im deutschen Reich · 1900-10-01 · Heft 10 (Oktober 1900) · p. 540

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 10 (Oktober 1900)
Article
Leipzig
Date
1900-10-01
Page
540 (sequence 2)
Language
German
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540 3m deutschen Reich. b e W eL, ein Neffe des bekannten Generals, mittheilt, ein d e u t s ch e r Jude namens Hermann. Ob dies sein Vor- oder Zuname war, weiß der Erzähler nicht, wo er her war, weiß er auch nicht; n hieß einfach „Hermann de I o o d" und wohnte vor Ausbruch des Krieges im Distrikte Wolmarans. Als die Kommandos aufgerufen wurden, in's Feld zu ziehen, meldete er sich auch. Der Feldcornet wollte nichts von ihm wissen; Hermann erklärte jedoch, er würde mitgehen und setzte seinen Willen durch. So kam er zum Kommando von Cronje vor Mafeking, wo er sich nicht allein als sehr brauchbar erwies, sondern auch durch seine Tapferkeit — er schlich sich Nachts manchmal ganz allein an die feindlichen Vorposten heran — aller Achtung erwarb. Als die Engländer bei Modderriver sein Pferd Lodtgeschossen hatten, pürschte er sich am helllichten Tage an den Pferdekraal der Engländer heran, schwang sich auf eines der besten Pferde, nahm ein anderes beim Zügel und galloppierte, von den Wachtposten der Engländer heftig beschossen, in's Boerenlager zurück. „Kwaö Piet" (Böser Peter, der Beiname des Generals Cronje) belobte ihn für diese That vor der ganzen Truppe. Er war einer der wenigen Tapferen, die es wagten, die von den Engländern beinahe völlig aufgeriebenen Skandinavier aus der feindlichen Uebermacht herauszuhauen. Auch dafür wurde er öffentlich belobt. In den schwierigsten Lagen bewahrte er eine außergewöhnliche Ruhe. Diese kam ihm auch bei MagerSfontein sehr zu statten, als er ganz allein eine von zwei englischen Soldaten und zwei bewaffneten Kaffern geführte Wafferkarre wegnahm. Er befand sich mit einem Boer auf auf Brandwacht, als Karre auf ungefähr 600 Meter Abstand von ihnen nach der englischen Plänklerlinie zufuhr. Hermann erklärte seinem „Maat", das Waffer könnten die Boeren bestens gebrauchen; er warf sich auf's Pferd und ritt im Carriöre auf die darob erstaunten Engländer los, denen er zurief, sie sollten die Gewehre ablegen, widrigenfalls sie von dem hinter dem „Kopje" ausgestellten Kommando niedergeschoffen werden würden. Dieses Kommando bestand aus seinem Kameraden. Die Engländer gehorchten, und Hermann zog sich angesichts der kämpfenden Parteien mit seinen Gefangenen und dem mit vier Maultieren bespannten Wasserwagen zu Cronje'S Kommando zurück, wo er mit donnerndem Hurrah empfangen wurde. Für diese kühne That empfing er aus Cronje'S Hand eine Belobigung der Negierung, welcher Cronje seine Unterschrift hinzufügte. Als General Liebenberg mit seinem Kommando aus Cronje'S Lager aufbrach, um nach Prieska in der Kapkolonie zu ziehen, wo man die Kapkolonisten zum Aufstand bringen wollte, desertierte Hermann, der hatte zurück-

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