Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1900)
- Article
- Berlin
- Date
- 1900-10-01
- Page
- 532 (sequence 2)
- Language
- German
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532 ),n deutschen Reich. der Schüler der höheren Lehranstalten jüdisch waren. Zieht man von den 68 die 17 jüdischen Oberlehrer an den beiden Anstalten der jüdischen Gemeinde in Frankfurt ab, so sinkt der Prozentsatz auf 0,84; es kommt also noch immer nicht einmal 1 jüdischer Oberlehrer auf 100 christliche. — Recht deutlich zeigt auch diese Statistik wieder, daß die staatlichen Behörden in ihrer Abneigung gegen die Anstellung, von Juden verharren: unter, den 120 von staatlichen Behörden im Berichtsjahre neu angestellten Oberlehrern ist 1 Jude, unter den 2470 Lehrern an staatlichen Anstalten 7 Juden 0,28 Prozent. Von den 221 staatlichen Anstalten hat 1 (Gymnasium in Posen) 2 jüdische Oberlehrer, 5 je 1. Dagegen haben von den 343städtischen Anstalten 33 jüdische Oberlehrer; unter den 3590 städtischen Oberlehrern sind 44 Juden 1,22 Prozent. Unter den 530 von der Stadt Berlin angestellten Oberlehrern sind 30 Juden gleich 5,66 Prozent, während der Prozentsatz der jüdischen Schüler bekanntlich bei weitem größer ist. — Die Zahl der jüdischen Hilfslehrer und Probanden geht — aus begreiflichen Gründen — immer mehr zurück; nennenswerth ist sie nur in der Provinz Brandenburg, wo es 14 jüdische Hilfslehrer (zum Teil mit sehr langer Wartezeit) und 7 Probanden giebt, und in Hessen-Nassau, wo wir 4 Hilfslehrer und 3 Probanden gezählt haben. Das fünfundzwanzigjährige Professoren - Jubiläum feierte am 30. September Geheimrath Dr. Senator. * Die Glückwünsche der Medizinischen Gesellschaft überbrachte Geh. Sanitätsrath Dr. Abraham, diejenigen des Vereins für innere Medizin Geheimrath Profesior von Leyden. Der Leiter der Universitätsklinik für Hautkrankheiten Profesior Dr. Lesier überreichte im Namen der Assistenten Senators einen Band der „Zeitschr. f. klinische Medizin", der ausschließlich Arbeiten Senator'scher Schüler enthält. Von dem fast für verschollen gehaltenen antisemitischen Neichstagsabgeordneten Ahlwardt berichten auswärtige Blatter neuerdings, daß er mit Kuxen für den Nudolfflädter Bergbau bei Pilsen in Böhmen handle. Ahlwardt soll bei dem Vertriebe solcher Kuxen bereits eine Dermittlergebühr von 156000 Mk. verdient haben. Andererseits hat er aber noch etwa 30000 Mk. Gerichtskosten zu bezahlen aus den „Judenflinten"-Prozessen und sonstigen Verleumdungsklagen. Das Gericht hatte ihn hierauf nur zu einer Abzahlung von monatlich 5 Mk. verpflichtet. - Bemerkenswerth ist es jedenfalls, daß der „Rektor aller Deutschen" jetzt seinen Unterhalt aus Vermittlergeschästen zu beziehen.sucht, die er den Juden stets zum schwersten Vorwurf machte.