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Im deutschen Reich · 1900-10-01 · Heft 10 (Oktober 1900) · p. 516

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 10 (Oktober 1900)
Article
Karl Blind
Date
1900-10-01
Page
516 (sequence 1)
Language
German
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516 Rar! Blind. Line Plauderei über Antisemitismus?) arl Blind trat zuerst als Vorkämpfer für Gleichberechtigung dexJuden auf, als er nochStudent war. In den Versammlungen der Studentenverbindungen hielt er leidenschaftliche Reden für die Anerkennung des Juden als gleichberechtigter Bürger. In den Jahren 1844—46 schrieb er seine ersten Artikel zu Gunsten der Emanzipation der Anhänger des mosaischen Glaubens. Einer dieser Artikel erschien in einer damals sehr beliebten Zeitschrift, die noch jetzt einen großen Leserkreis im deutschen Volke hat, im „ Lahrer hinkenden Boten". Zu gleicher Zeit lieferte er fleißig Beiträge zu einer Zeitschrift „Die Reform", die in Mainz herausgegeben wurde. Mainz war die Heimath der Ultra-Orthodoxie, und die Zeitschrift sollte die vom orthodoxen Judenthum aufgerichteten Schranken zwischen Juden und Nichtjuden niederbrechen. Nächstdem. hören wir von ihm als dem Vertheidiger des Hauses eines jüdischen Fabrikanten in Karlsruhe. Wir wollen das Ereigniß mit seinen eigenen Worten erzählen: In seinen Erinnerungen aus 1848—49, die jetzt in dem Comhill Magazine unter dem Titel „In years of storm and distress“ (In stürmischen und bewegten Zeiten) erscheinen, erzählt er uns: „Mitten in jenen Zeiten der Aufregung hatte die reaktionäre Partei als ein Mittel, das gemeine Volk irre zu führen eine Judenhetze organisiert. Ein nächtlicher Angriff wurde auf das Haus eines Fabrikanten gemacht, der in einen die Großherzogin betreffenden Hofskandal verwickelt gewesen war. Fenster wurden eingeschlagen und schwere Pflastersteine gegen das Portal geworfen. Jeden Augenblick schien es, daß der Pöbel mit *) Aus der Londoner Zeitschrift „Jewish Chronicle“-

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