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Im deutschen Reich · 1900-08-01 · Heft 8 (August 1900) · p. 433

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 8 (August 1900)
Article
A. C. Frankfurt a. O.
Date
1900-08-01
Page
433 (sequence 2)
Language
German
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35ricffa;:cu der Redaktion. 433 dem jüdischen Kaufmann Hermann Fleischer einquartiert. Dies ' veranlaßte die antisemitische Presse zu Angriffen auf die Einquartierungs-Kommission. In einer „Johanniter und Juden"' überschriebenen Notiz wurde beklagt, daß christlich-deutsche Hausbesitzer, trotzdem sie sich rechtzeitig gemeldet hatten, leer ausgegangen und daß die Ritter mit dem Ordenskreuz auf der Brust, vor und nach Ablegung eines christlichen Gelübdes, im jüdischen. Waarenhause ein- und ausgegangen seien. — Daß die Einquartierungs- Kommission nicht nach dem Religionsbekenntniß des O.uartiergebers gefragt, sondern die Ritter dort einquartiert, wo die schönsten Wohnungen in einem neuen Hause ohne Ausnutzung der Gaste zur Verfügung standen, ist allerdings nach antisemitischen Begriffen ein Verbrechen! Thatsächlich hat Herr Fleischer, der das neue Haus selbst noch nicht bewohnt, sich weder zum Ouartiergeben. angemeldet, noch diese Ueberlassung der Wohnung irgendwie geschäftlich ausgenutzt. lieber den ihm ertheilten Vorzug. haben sich wohl nur diejenigen beklagt, denen diesmal die Gelegenheit entging, aus der Einquartierung recht vielen Nutzen zu ziehen, und sich nachträglich zu beschweren, wenn dieser Nutzen ihren Erwartungen nicht ganz entspricht. N. 6. Magdeburg. Daß das Antisemitenblatt in dem Artikel „Unsere B o r e r" den Spieß herumdreht und diese längst für seine Parteigenoffen angewandte Bezeichnung den „lieben deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens" anheften will, ist nicht ernst zu nehmen. Diese armselige „Retourkutsche" zeugt ebenso für die GeisteSarmuLh dieser Skribenten wie das Zurückgreifen auf eine Kabinetsordre vom Jahre 1836. Seit jener Zeit sind eben nicht nur von den Juden, sondern von der gesummten Bevölkerung sehr heilsame, bedeutende Forschritte gemacht worden, die nur von denjenigen verkannt werden, welche nichts gelernt und nichts vergessenhaben! (L E. Stettin. Das ,ß. o n i tz e r Tageblatt" ist darüber entrüstet, daß feine Berliner antisemitische Genossin, dem Grundsätze des tapferen Falstaff huldigend, nur noch solche Konitzer Berichte bringt, die sie zwar ohne Quellenangabe dem dortigen Lokalblatt entlehnt, für die sie sich aber doch im Nothfalle auf Autoritäten von der Bedeutung des „S chwiegersohns des Schlächtermeisters H o f f m a n n" berufen könnte. Das Konitzer Blatt schreibt am 2. August: „Der „S t a a t s b ü r g e r - Z t g." ist in letzter Zeit auffallender Weise - der Stoff über „Könitz" knapp geworden; sie hat sich aber zu helfen gewußt und hat in ihrer Nr. 355 32

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