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Im deutschen Reich · 1900-08-01 · Heft 8 (August 1900) · p. 419

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 8 (August 1900)
Article
Marburg i. H.
Date
1900-08-01
Page
419 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Korrespondenzen. 419 schichtlichen Urtheils, durch den ernsten Willen und die Kraft, die Masie zu erziehen, seinen Vorrang beweisen sollte! Volksthümlich und modern mag heute solch eine Ja-Nein-Verleumdung in Sachen, des Blutaberglaubens sein, christlich darf sie niemals heißen." Hameln, 2. August. Der unter dem Verdachte, Gelder ausverschiedenen Kassen veruntreut zu haben, verhaftete Bürgermeister PröLt in dem Nachbarorte Aerzen, zählte, wie die „Weser Ztg." berichtete, seit Jahren zu den eifrigsten Führern der Antisemiten im Kreise Hameln. X Hamburg, 4. August. Die „Gesellschaft fürjüdische Volkskunde" hat hier mit der Einrichtung eines Museums für jüdische Volkskunde erfolgreich begonnen und die bisher gesammelten Gegenstände theils im Museum Hamburgischer Alter- Lhümer (Hamburg, Fischmarkt), theils im Patriotischen Gebäude daselbst, 3. Stock, Zimmer 48, ausgestellt. Zur Bereicherung der Sammlung wird hiermit eingeladen. Ein genaues Verzeichniß allereingegangenen Zuwendungen wird jedesmal in den halbjährlichen „Mitteilungen" der Gesellschaft veröffentlicht. H München^ 2. August. Die „Münchner Neueste Nachrichten" berichteten am 23. Juli: „Am Schöffengericht fand eine Verhandlung gegen die Redakteure des „Neuen Münchener Tageblattes" und des „Vaterlandes", Gg.v.d. Tann und Otto Schoy, wegen Beleidigung des israelitischen Wiener Gemeinderaths Brunner statt. Die beiden Herren hatten scharfe Artikel gegen Brunner erscheinen laffen, Artikel, durch die sich Brunner beleidigt fühlte. Da sich ergab, daß die Zeugenaussagen sich mehrfach widersprachen, wurde Gerichtsbeschluß dahin erlaffen, die Verhandlung sei auszusetzen und die klägerische wie die beklagte Partei zur nächsten Verhandlung nebst den Zeugen des Vorfalles in jener Sitzung zu persönlichem Erscheinen hierher zu laden." Eine erhebende Feier fand am 27. Juli in der hiesigen Synagoge statt. Zum Abendgottesdienst waren zwei jüdische Soldaten, die dem hiesigen Bataillon der o st a s i a t i - schen Division zugetheilt sind, erschienen. Rabbiner Dr. Finkelscherer hielt eine Ansprache, an dre Kämpfe der Juden zur Zeit der Propheten anknüpfend, indem er den Kampf gegen die Unkultur schilderte, zu dem der Kaiser und die Bundesfürsten das Volk aufgerufen haben. Mit einem Gebet schloß die Ansprache. (An demselben Abend ist ein anderer jüdischer Soldat, Bruno Sittenfeld, der sich in Pose n beim 46. Regiment freiwillig nach China meldete, bereits dorthin abgereist. Der mit der 3. Eskadron des Ostasiatischen Reiterregiments nach China abgegangene jüdische Frei»

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