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Im deutschen Reich · 1900-08-01 · Heft 8 (August 1900) · p. 416

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 8 (August 1900)
Article
Breslau
Date
1900-08-01
Page
416 (sequence 2)
Language
German
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416 3m deutschen Reich. anatomischen Anstalt ein. 1876 wurde er mit der Professur betraut und zum PrivaLdozenten ernannt. 1686 zum außerordentlichen Professor befördert, trat der verdiente Anatom an die Spitze der Sonderabtheilung für Entwicklungsgeschichte in der hiesigen anatomischen Anstalt und erhielt 1898 eine ordentliche Honorar-Professur. In der „Breslauer Zeitung" hat der hiesige Oberbürgermeister Bender die „Zünftler", welche ihn wiederholt wegen seiner die „Mittelstandsöewegung" scharf kritisierenden Herrenhausrede heftig angegriffen haben, gründlich abgeführt. ' Er schrieb unter anderm: „Ich weiß sehr wohl, daß die geistigen Urheber der Konitzer Geistesverwirrung nicht im Mittelstände zu suchen sind; allein möglich wurden jene Greuel doch nur dadurch, daß der Geist des „zielbewußten" Antisemitismus durch die Mittelstands-Agitation in breite Schichten des Gewerbestandes getragen wurde. Den Vorwurf der Judenfreundschaft, von antisemitischer Seite erhoben, nehme ich hin. Ich theile ihn mit vielen guten Männern. Wer sich bemüht, gerecht zu sein, kann nicht auf den Beifall derer rechnen, die aus Grundsatz ungerecht sind. Das Christenthum aber hätte der Referent aus dem Spiele lasten sollen; das hat mit der Mittelstands-Agitation so wenig gemein, wie mit dem Antisemitismus. Wer den Juden haßt, blos weil er Jude ist, verstößt gegen das Hauptgesetz Christi, und wer seinen Nachbar, den Waarenhausbesitzer, hoch besteuern will, um selbst demnächst einen Theil des Steuerertrages gut geschrieben zu erhalten, der begehrt seines Nächsten Gut. Er mag das vor seinem Gewissen bemänteln, wie er will; er mag von ausgleicheuder Gerechtigkeit sprechen, den Nachbar reich, gewissenlos und Schwindler, sich selbst aber tugendhaft, gedrückt und arm nennen: aber auf das Christenthum sollte er sich nicht berufen." Posen, 8. August. Die „Posener Zeitung" druckt aus einem von dem Kaufmann Dionysius Vrykezynski in Nogasen an den „Post^p" gerichteten Brief einige Sätze ab, um die Denkungsart dieses Herrn zu kennzeichnen. Er schreibt u. a.: „Ich bin nicht isoliert, sondern habe Unterstützung, aber nicht seitens der polnischen Honoratioren, sondern seitens der deutscben, überwiegend aber von seiten des' Landvolks und der bäuerlichen Wirthe, obgleich ich keinem deutschen. Bürgerverein angehöre, sondern polnischen. Zum Beweise dafür, daß ich nicht in Verfall gerathe, sondern fortschreite, möge der Umstand angeführt sein, daß ich ein zweites Geschäft vollständig unter Deutschen eröffnet habe, und daß dies Geschäft, Gott sei Dank, geht. Da viele polnische junge Leute deutschen Vereinen

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