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Im deutschen Reich · 1900-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1900) · p. 358

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1900)
Article
Nürnberg
Date
1900-06-01
Page
358 (sequence 2)
Language
German
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358 3tn deutschen Reich. anstalt'en Nürnbergs der Name Eugen Herz unvergeßlich bleiben werde. Der Feier wohnten Abordnungen beider städtischer Kollegien, Prinz Max von Sachsen und andere Ehrengäste bei, und von der Prinzessin Ludwig von Bayern, der Protektorin des Vereins, traf nachstehendes Telegramm ein: „An der Feier nehme ich im Geiste innigen Antheil". & Stuttgart, 3. Juni. Wie das hier erscheinende „Deutsche Volksblatt" berichtet, ist in Eingaben von Israeliten aus Ulm, Tübingen und Göppingen schon in der ersten Legislaturperiode um Revision der kirchlichen Rechtsverhältnisse der Israeliten gebeten worden. Diese Eingaben, welche damals nicht mehr zur Erledigung gelangen konnten, wurden durch den RechtsanwaltDr.Hirsch in Ulm erneuert und zunächst von der staatsrechtlichen Kommission des württembergischen Abgeordnetenhauses berathen. Die Kommission (Berichterstatter: Freiherr von Gemmingen) beantragte, die Eingaben zur Erwägung zu übergeben, und zwar in der Richtung der vermehrtenAutonomie auf dem Gebiete des israelitischen Kirchenwesens, einer wirksameren Vertretung der Kirchengenossen bei Verwaltung der Kirchen gemeinden, einer freieren selbstständigen Stellung der Lokalkirchengemeinden gegenüber der Oberkirchenbehörde, und dieser gegenüber dem Ministerium des Kirchen- und Schulwesens sowie einer veränderten Zusammensetzung der israelitischen Oberkirchenbehörde. Für die kirchlichen Rechtsverhältnisse der württembergischen Israeliten gilt das Gesetz vom 25. April 1828. 1872 wurde vom Ministerium den israelitischen Gemeinden ein Verfaff.ungsentwurf vorgelegt, der aber bei. der Mehrheit keinen Anklang fand. Die Eingaben, welche keinerlei Spezialvorschläge machen, wurden von der Kammernach einstündiger Debatte einstimmig der Negierung zur Erwägung überwiesen. Aus allen Reden der Abgeordneten klang sowohl die Anerkennung der Thatsache heraus, daß sich die Juden in Württemberg in jeder Weise der Gleichberechtigung würdig gezeigt haben, als auch die Geneigtheit, auf ihre Wünsche einzugehen. Auch die Haltung des Kultusministers war eine entgegenkommende. © Wien, 2. Juni. Der Redakteur der antisemitischen Zeitschrift „Wieszezanin" in Krakau ist wegen Erpressung zu sechs Wochen schweren Kerkers verurtheilt worden. Er. hatte der Wieliczkaer Sparkasse die Einstellung heftiger Angriffe für eine entsprechende Summe angeboten und thatfächlich auch dafür 2000 Kronen empfangen. — In Czernowitz bei Kamenitz in ,Bohnen fand am. 30. Mai eine Gerichtsverhandlung wegen eines unglaublich rohen antisemitischen Scherzes statt. Eine dortige Gesellschaft hatte sich damit unterhalten, die

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