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Im deutschen Reich · 1900-05-01 · Heft 5 (Mai 1900) · p. 282

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 5 (Mai 1900)
Article
Dessau [Nachricht]
Date
1900-05-01
Page
282 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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282 Im deutschen Reich. von 88 Jahren gestorben. Als der Prinz von Preußen im Jahre 1848 nach England ging, soll ihm der Dessauer Bankier Cohn die erforderlichen Mittel in unbeschränktem Maße zur Verfügung gestellt haben. Diesen Beweis uneigennütziger Anhänglichkeit und Treue hat der spätere Kaiser Wilhelm niemals vergessen. Der Kaiser schätzte Cohn wegen seiner großen Gefchäftsgewandtheit und Rechtlichkeit, die sich in allen Lagen stets bewährte, ungemein hoch. Der Verstorbene wurde seiner Zeit vom Herzog Ernst von Sachsen-Koburg baronisiert und zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat Exzellenz ernannt. Wien- 7. Mai. Der „Neuen Freien Presse" wird aus Prag gemeldet: „Da8 Gutachten der Prager medizinischen Fakultät, auf welches der Oberste Gerichtshof die Kassierung des Urtheils im Polnaer Mord prozeß stützt, geht dahin, es sei ausgeschlossen, daß der Agnes Hruza Blut zum Zwecke irgend einer Verwendung entzogen worden sei. Das Blut des Körpers sei vielmehr in Kleidern, Haaren, in der Blutlache sowie im Körper selbst aufgefunden worden. Das Gutachten bezeichnet die That als sexuellen Mord." <&> Prag, 2. Mai. Wegen der im vorigen Frühjahre bei den jüdischen Kaufleuten in Nachod verübten Plünderungen und Sachbeschädigungen haben die Geschädigten gegen die Nachoder Stadtverwaltung Klage angestrengt. Es sind sieben Geschädigte, welche zusammen eine Entschädigung von 116 431 Gulden verlangen. Die Kommune soll diese Summe bis Ende Mai auszahlen, widrigenfalls die Klage den gerichtlichen Weg nehmen wird. X Paris, 13. Mai. Die Gräfin Märtel, welche unter dem Namen Gyp als Mitarbeiterin der antisemitischen „Libre parole" bekannt ist, giebt vor, vorgestern Abend entführt und in ein in der Umgegend von Paris befindliches Schloß eingesperrt worden zu sein, aus welchem sie sich durch eine Flucht auS dem Fenster gerettet habe. Sie wurde mit zerrissenen Kleidern und Wunden auf der Brücke von Bercy von Polizeiagenten aufgefunden. Während des Verhörs stiegen dem Polizei-Kommissar Zweifel über die Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen auf; die allgemeine Meinung geht dahin, daß die Gräfin an Sinnestäuschungen leidet. X Bukarest, 10. Mai. Das „Bukarester Tageblatt" berichtet: „Fürst Ferdinand von Bulgarien hat, wie dem „Ket. Ert." gemeldet wird, den Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde DiakovLr in Kroatien Dr. Ehrenpreis zum Landesrabbiner von Bulgarien ernannt. Bei der Dank-Audienz, welche Dr. Ehrenpreis beim Fürsten nahm, erklärte dieser, sein sehnlichster Wunsch sei die

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