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Im deutschen Reich · 1900-05-01 · Heft 5 (Mai 1900) · p. 279

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 5 (Mai 1900)
Article
Marktbreit
Date
1900-05-01
Page
279 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 279 israelitischer Religion eine Vertretung im Ausschuß mit beschließender Stimme eingeräumt werde, ohne daß von israelitischer Seite ein solcher Antrag gestellt wurde. Unrichtig ist in dem Artikel die Angabe über die Zahl der israel. weiblichen Ausschußmitglieder. Nicht 2, sondern 1 Frau israel. Religion gehört dem Ausschuß mit berathender Stimme an. Uebrigens schadet sich der evangel. Krankenverein ebensowenig an seiner Würde und an seiner Ehre, wenn er seine evangelischen Diakonissen anweist zur Pflege bei katholischen oder israelitischen Kranken, wie wenn katholische Elisabethenvereine ihre barmherzigen Schwestern absenden an die Krankenlager evangelischer Christen oder israelitischer Religionsangehöriger." & Dresden, 20. Mai. Ueber eine am 4. d. M. im Sanssouci- Saale in Leipzig abgehaltene, angeblich von 800 Personen besuchte Versammlung des „Deutsch-sozialen Reformvereins" berichtet die hiesige antisemitische „Deutsche Wacht": „Herr Graf Pückler behandelte in seiner bekannten derben Weise die Juden frage und wurde mehrfach durch Beifall ausgezeichnet. Als er jedoch nach der Erwähnung der Verquickung des Judenthums mit der Sozialdemokratie auf die Streiks zu sprechen kam, zog er sich den lauten Widerspruch vieler zu, indem er vom Dreinschießen der Infanterie sprach. Er meinte offenbar (?) die bei Streiks schon oft vorgekommenen revolutionsähnlichen Zusammenrottungen, wie z. B. im vorigen Jahre im rheinisch-westfälischen Kohlengebiete. Ueberhaupt leidet der Vortrag des Herrn Grafen Pückler noch an der schroffen Form des Ausdruckes und diese thut der Anerkennung seines ehrlichen Willens viel Abbruch." Nach dem Bericht des „Leipziger Tageblattes" sagte Graf Pückler u. a.: Wenn die Judenwirthschaft so weiter geht, werden wir bald 4 Millionen Sozialdemokraten haben und damit den Bürgerkrieg im eigenen Lande. Wollen wir das verhüten, so müssen wir die Juden an die Wand drücken, daß ihnen die Schwarte knackt. In den Streiks liegen große Gefahren. Die Kerle werden immer unverschämter und wissen nicht mehr, was sie verlangen sollen. Ueber kurz oder lang müsse es zu einem Zusammenstoß kommen. Je weiter derselbe hinausgezogen werde, desto blutiger werde er. Wenn er, Redner, die Macht hätte, so würde er einige Bataillone Infanterie gegen die Streikenden schicken und sie zusammenschießen lassen, damit Ruhe werde. (Zwischenruf: „Eine schöne Nächstenliebe". Unruhe.) Gegen die Sozialdemokraten würde er rin Gesetz mit vier Paragraphen machen, nämlich 1: alle Sozialdemokraten werden ausgewiesen; 2: alle Führer werden ausgewiesen; 3: die

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