Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1900)
- Article
- Ein verkanntes Proletariat
- Date
- 1900-05-01
- Page
- 256 (sequence 4)
- Language
- German
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256 3m deutschen Reich. Post, Der Morgenstern, Der Courier, Das Telephon, Der Menschenfreund, Der Telegraph, Der Volksadvokat, Der Pipernoter, Die Arbeiter-Zeitung, Die Freie Arbeiter-Stimme. Andere Blätter erscheinen noch in Chicago, Philadelphia, Boston und sonstigen Städten. Seit 1876 besteht in den Vereinigten Staaten eine auf dem Boden der deutschen Sozialdemokratie stehende Parteiorganisation, welche sich gegenwärtig „Sozialistische Arbeiterpartei Nordamerikas" nennt. Dieben dieser ist kürzlich eine neue Partei aufgetaucht, zu der etwa 25 000 jüdische Arbeiter ihren Beitritt erklärt haben. Die wesentlichsten Forderungen ihres Programms sind: „Staatsbesitz (public ownersbip) aller Industrien, die durch Monopole, Trusts oder Jndustrieringe beherrscht werden. — Staatsbesitz für alle Eisenbahnen, Telegraphen, Telephone und alle anderen Transport- und Kommunikationsmittel. — Staatsbesitz für Steinkohlen- und alle anderen Minen. — Reduktion der Arbeitsstunden. — Inangriffnahme von öffentlichen Arbeiten für die Arbeitslosen. — Die Annahme des proportionalen Wahlsystems. — rc. rc?) Jüdische Ackerbaukolonien in Amerika. Die Geschichte der jüdischen Kolonien in den Vereinigten Staaten ist reich an tragischem Heroismus. Unter dem Druck der Verfolgungen in Rußland erwachte bei vielen Juden wieder der alte Traum, das Ideal ihrer Vorfahren. Die „Rückkehr zur Natur" vollzog sich bei ihnen im wahren Sinne des Wortes; ihre Blicke wandten sich wieder der Erde, dem Ackerbau zu. Tausende und Abertausende kamen hinüber nach Amerika in der Hoffnung, hier ein Fleckchen zu finden, das sie bebauen könnten. Und nur diese heiße Sehnsucht macht es begreiflich, daß sie ihr Ziel thatsächlich erreichten, trotz aller Hindemiffe, die ihnen in der neuen Welt begegneten. Zwei Elemente der jüdischen Bevölkerung Rußlands, haben sich an der Kolonisation betheiligt: die besitzlose Maffe, vorwiegend aus den südrussischen Gouvernement», und die gebildete Jugend. Schüler von Gymnasien, Hochschulen und Universitäten, verließen Rußland, um Ackerbauer zu werden. Er war ein förm- 1 »Soziale Praxis". Centralblatt für Sozialpolitik. Rr. 53. S. 1302- Ihra. 1897.