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Im deutschen Reich · 1900-04-01 · Heft 4 (April 1900) · p. 227

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 4 (April 1900)
Article
R. L. Berlin
Date
1900-04-01
Page
227 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 227 ausgesetzt sein soll, ist ebenso wenig zu verstehen, als wie die Befähigung der Slaatöbürger-ZeiLungs-Nedaktion zu „Rettern der Moral". D. C. Berlin. Wenn die „Staatsbürger-Zeitung" einen Juden eines Vergehens oder Verbrechens verdächtigen kann, nennt sie mit merklichem Behagen den vollen Namen des Betreffenden. Deshalb können Sie fest davon überzeugt sein, daß die. angeblich in der Marienburgerstraße begangenen schweren Sittlichkeitsverbrechen, die das Antisemitenblatt einem „jüdischen" Reisenden K. andichtet, entweder gar nicht oder nicht von einem Juden begangen sind. B. Z. Berlin. Ueber den Reichstagsabgeordneten Ahlwardt berichtet die „New-Iorker Staats-Zeitung" Wunderdinge: „Ahlwardt soll jetzt fleißig Schulden bezahlen und den Versuch machen, Theilhaber der „Staatsbürger-Zeitung" zu werden. Anstatt des einen zerriffenen Paars, mit dem er einst im Reichstage Aufsehen erregte, besitzt er jetzt angeblich mindestens drei Paar neue Beinkleider. Und woher dieser Umschwung? Es heißt, Ahlwardt habe eine Bergwerks- Gesellschaft zu Stande gebracht, welche sich den Betrieb eines verfallen gewesenen ungarischen Bergwerks angelegen sein laffe. Als Gründergewinn seien ihm fünfzehn oder sechzehn Antheilscheine zu Theil geworden, wovon er einen für 20000 Mark verkauft habe. Man sagt, eS sei der höchste Ehrgeiz Ahlwardt's, es noch zum Geheimen Kommerzienrath zu bringen." Die „Staatsbürger-Zeitung" bestreitet den angeblichen Versuch Ahlwardts, Theilhaber ihres Unternehmens zu werden, dagegen sei ihr, was hier über die pekuniären Verhältnisse des Abg. Ahlwardt erzählt wird, schon vor einiger Zeit als verbürgt mitgetheilt worden. In ergötzlicher Weise sind über die Zukunftspläne Ahlwardts die „StaatSbürger-Zeitung" und die „Deutsch- Sozialen Blätter" aneinander gerathen, und dieser Bruderzwist wird nur durch die Rücksichten auf die Reichstagskandidatur deL Herausgebers B r u h n in Aurich-Wilhelmshaven gemildert. Nach der Wahl kann diese Sache intereffant werden, da Liebermanns Organ schon vor derselben erklärte: „Die „Staatsbürger-Zeitung" kann nichtFrieden halten!" ®. H. Berlin. Die Zeitschrift „Deutscher Radfahrer - Bund" veröffentlichte am 24. Marz folgende Notiz: „Der Verband Christlicher Radfahrer Oesterreichs hat um die Einleitung des Konkurses über sein Vermögen nachgesucht. Das Handelsgericht wies dieses Ansuchen ab, da keinerlei Vermögen vorhanden ist. Die Ordnung der Geldangelegenheiten wäre noch vor kurzer Zeit möglich gewesen, wenn die Gläubiger, welche größere Forderungen an den Verband zu stellen hätten, sich mit einem 50 prozentigen Ausgleiche, begnügt 16*

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