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Im deutschen Reich · 1900-04-01 · Heft 4 (April 1900) · p. 221

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 4 (April 1900)
Article
Heidelberg
Date
1900-04-01
Page
221 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. LSI und der Student Oskar Michelsohn aus Hannover wegen KartelltragenS mit einer Woche Festungshaft bestraft. -f- Dresden, 10. April. Die antisemitische „Deutsche Wacht" hat nach der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung der Aktionäre einen um 5200 Mk. geringern jährlichen Zuschuß als im Vorjahre, also immerhin noch trotz mancher Einschränkungen einen erheblichen Zuschuß erfordert. Schon der am 31. Dezember 1895 . festgestellte Verlust betrug mehr als die Hälfte des jetzigen Grundkapitals. Trotzdem beschloß die Generalversammlung die Fortführung des Unternehmens. Darmstadt, 3. April. Die Einweihung der neuen Synagoge in Groß- Steinheim vollzog sich am 23. v. M. unter Theilnähme des Stadt- und des Kirchenvorstandes und von Angehörigen aller Stände und Bekenntnisse in festlichster Weise. Die Herren Kreisamtmann Hölzinger, Baurath Schneller, Bürgermeister Spielmann, Pfarrer Sturmfels, der OrtSvorstand u. s. w. nahmen bei dem Feftgottesdienste Ehrenplätze ein. Don den sonstigen aus diesem Anlaß veranstalteten Festlichkeiten ist ein im Hosbräuhaus stattgefundenes Konzert zu erwähnen, dem ein zahlreiches Publikum aller Konfessionen beiwohnte. Bei dieser Gelegenheit wies Herr Schönmann-Darmstadt in seiner Ansprache auf den günstigen Wandel des Geschickes seiner Glaubensgenosien hin, der sich in herzlichen Sympathie-Kundgebungen der Andersgläubigen bethätigte und den Neubau zu einem in heutiger Zeit doppelt bemerkenswrrthen Wahrzeichen des konfessionellen Friedens stempelte. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die Stadt und* ihre Kultusgemeinden.?? Wien, 18. April. Der Präsident der „Oesterreichisch- Jsrae! irischen Union" ließ mehreren antisemitischen Blättern nachstehende Berichtigung zugehen: „Es ist u n w a h r, daß die Deputation der „Oesterreichisch - Israelitischen Union" vom Ministerpräsidenten empfangen wurde, um die Beschwerden der jüdischen Bevölkerung bezüglich des Antrages deS Abgeordneten Schneider zu unterbreiten. Wahr ist vielmehr, daß in dem von der Deputation dem Ministerpräsidenten überreichten Memorandum der Antrag Schneider'- gar nicht erwähnt und in der Diskussion kaum gestreift wurde. Es ist unwahr, daß die „Oesterreichisch - Israelitische Union", unter Hinweis auf die Millionensammlung, die im Xantener Knabenmord» prozeffe zu Aöwehrzwecken eingeleitet wurde und einen Fonds von 2 Millionen Mark ergab, eine Sammlung „für den geständigen Mörder" Hülsner eingeleitet hat. Wahr ist vielmehr, daß eine Sammlung zu dem erwähnten Zwecke von uns niemals eingeleiter

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