Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 3 (März 1900)
- Article
- O. K., Hamburg
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 174 (sequence 2)
- Language
- German
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174 3m deutschen Reich. gerafft worden." — Was geht das uns an? Wer sich taufen läßt, mag FlottenschwLrmer oder „scharlachroth" oder auch waschechter Antisemit sein — uns kümmert^ nicht! L. T. Schweinfnrt. Der „Deutsche General-Anzeiger" brachte am 21. Februar die Mitteilung, daß -ihm folgendes Schreiben aus Ebrach zugegangen sei: '„Im Kampf für. die Wahrheit, .gegen niederträchtige Verleumdung benöthige ich als Material die Nummer vom 30.. September 1896. des „Deutschen General-Anzeigers" und ersuche C'w. Hochwohlgeboren ergebenst, mir diese Nummer gütigst zuzusenden. Antisemitische Verdächtigung israelitischer Metzger zwingt jedem wahrheitsliebenden Manne die Feder in die Hand. Das Nähere finden Sie angegeben in „Die jüdische Presse" von Tr. H. Hildesheimer-Berlin vom 2. Februar 1900 unter „Aus Bayern", Seite 44—46. Ich werde in einer Artikelreihe diese Verdächtigungen zurückweisen. Für Material bin ich Ihnen sehr dankbar. Mit ausgezeichneter Hochachtung! Dr. Jaeger, ev. Pfarrer." Dazu bemerkt Herr Sedlatzek: „Unerfindlich ist es uns, wie gerade wir zu der „Ehre" kommen, von dem Herrn Judenschützer um Unterstützung angegangen zu werden; einer Antwort haben wir ihn natürlich nicht gewürdigt; er wird wohl aus dieser Notiz ersehen, daß er sich an eine falsche Adresse gewandt hat." — Das stimmt! E. 2. Mainz. Ter Verfasser des betreffenden Cirkulars hat schon vor längerer Zeit die Redaktion der „Deutsch-Sozialen Blätter" mit zahlreichen Zuschriften beglückt, deren verwirrter Inhalt diese antisemitische Redaktion veranlaßte, dem Absender mitzutheilen, daß seine Briese künftig in den Papierkorb wandern würden. Das Wiener „Deutsche Volksblatt" ist minder schwierig gewesen und der „Deutsche General-Anzeiger" Sedlatzek's druckt das Cirkular vollständig ab, obgleich jeder urtheilsfähige Leser sofort erkennen wird, daß dem Verfasser, der sich bis zum 30. Januar \ I. in der Heilanstalt Jllenau befand,-mindestens dieselben Strafbefreiungsgründe zur Seite stehen — wie dem Grafen Pückler!