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Im deutschen Reich · 1900-03-01 · Heft 3 (März 1900) · p. 173

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 3 (März 1900)
Article
S. S., Altona
Date
1900-03-01
Page
173 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten -er Redaktion. 173 durchsuchten Schiffes „General" ist ersichtlich, daß der dortige deutsche Konsul Salomon Schmock heißt und sich erst nach einigen Tagen an Bord gewagt habe. Auf deutschen Konsulatsposten sollen sich, wie das „Bayr. Vaterland" festzustellen versucht, überhaupt zahlreiche Juden befinden: In Santa Fö haben wir als deutschen Konsul Jsedor Fabenstein, in Buenos Ayres Louis Seisensand, in Blumenau Sulinger, in Patras A. Hamburger, in Bradford Edelstein, in Perth I. Löwe, auf Ceylon PH. Freudenberg, in Toronto S. Nordheime^> in Victoria Moses Löwenberg, in Oporto Katzenstein, in San Francisco Pinkus Rosenthal u. s. w. Wahrscheinlich glauben die fremden Völkerschaften, die mit diesen '„deutschen" Konsuln gesegnet sind, daS Deutsche Reich liege am Jordan." — Die fremden Völkerschaften haben aber glücklicher Weise mehr Respekt vor einem deutschen Konsul als die antisemitischen Zeilenschreiber. Uebrigrns heißt nach der amtlichen Konsularliste der deutsche Konsul in Aden nicht Schmock, sondern Schmuck. Da dieser Name auf jüdische Abstammung nicht schließen läßt, wird er schleunigst in Schmock geändert und der Vorname Salomon dazu erfunden. Aehnlich ist emit den anderen Namen der Liste: Aus Steifensand wird Seisensand, aus Julius Fallen st ein wird „I s e d o r" Fabenstein, aus John Lowe in Bradford wird I. Lö.we, aus Carl Löwenberg (Victoria auf Vancouver) wird Moses Löwenberg, dem Generalkonsul Rosenthal in San Francisco giebt man den klangvollen Vornamen Pinkus. ES ist natürlich und selbstverständlich, daß die in einem Ehrenamte besindlichen kaufmännischen Wahlkonsuln im Auslande ohne Rücksicht auf ihre Religion aus den angesehensten und tüchtigsten Kaufleuten gewählt werden. Die antisemitische Mache sucht ihnen ihr Amt zu verekeln; hoffentlich gelingt das nicht. O. ft., Hamburg. Das „E ch o" schreibt: „Es ist nicht uninteressant zu wissen, daß der „in Hamburg ziemlich bekannte'Herr", der die Maßregelung deS sozialen Pastors Hillmann hauptsächlich in's Werk gesetzt hat, ehemals die Synagoge besuchte und nun, auS wer weiß welchen Gründen, sich zum heiligen Kreuz geschlagen hat und die christliche Kirche vor dem Eindringen sozialer Gedanken schützt, nebenbei auch mit Feuereifer für Kolonialpolitik und Flottenvermehrung in'- Zeug geht. Hatte Herr Pastor Hillmann, statt über die soziale Frage zu predigen, die Kanzel zu einer Reklamepauke für die Flottenvermehrung benutzt, er hätte auf den wärmsten Beifall des „ziemlich bekannten Herrn" und seiner Sippe rechnen können und wäre dann nicht vom Scharlach-Fieber hinweg»

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