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Im deutschen Reich · 1900-03-01 · Heft 3 (März 1900) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 3 (März 1900)
Article
Breslau
Date
1900-03-01
Page
151 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 151 wegen Gotteslästerung und Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschast zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Guttzeit wurde von der Anklage der Gotteslästerung freigesprochen, aber anläßlich der in seinem Vorträge enthaltenen Aeußerungen über das Alte Testament wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinde zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, wegen einer während der Verhandlung begangenen Ungebühr zu 24 Stunden Haft verurtheilt und sofort in's Gefängniß abgeführt. In den „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" wird zu dieser Verurteilung des schwärmerischen Freidenkers bemerkt: „Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ging von den Juden keine Denunziation gegen I. Guttzeit aus. Lediglich die Initiative des Staatsanwalts hat den Mann auf die Anklagebank gebracht, dessen wohlgemeinte aber konfuse Schriften ihn als einen harmlosen Autor hinstellen, den bedauerlicher Weise das Gesetz hier so scharf getroffen hat. Man vergleiche mit diesem Richterspruch die Freisprechung des Grafen Pückler, und man erkennt, daß das Judenthum vor Gericht seltsam geschützt wird. Wenn ein christlicher Antisemit, dem das Alte Testament als Basis des Neuen verehrungswürdig erscheinen müßte, sich freche Angriffe gegen die jüdische Religion und das Alte Testament erlaubt, rührt sich keine Hand."?? Düsseldorf, 15. März. Die „Düsseldorfer Ztg." bringt ein großes Inserat der Firma G. Hettlage in Düffeldorf und Krefeld, in welchem deren Inhaber sich gegen die mehrfach aufgetauchte Behauptung verwahren, daß sie Juden seien. Sie erklären, Christen zu sein, und keinerlei jüdisches Personal zu beschäftigen. Sie halten es nicht für nöthig hinzuzufügen, daß sie grundsätzlich auch nichts an Juden verkaufen, denn diese werden nach dem auffälligen Inserat wohl von selbst die Lust verloren haben, die Firma G. Hettlage mit ihrer Kundschaft zu behelligen. -s- Hamburg, 16. März. Nachdem die von dem Schriftsteller Alexander Wald geleitete antisemitische Zeitschrift „Die Abwehr" eingegangen war, gründete hier der völlig mittellose Wald im Jahre 1895. die „Norddeutsche Volkszeitung", für welche er Kassierer, Boten, Expedienten re. engagierte, die sämmtlich Kaution stellen mußten. Für diese gab er als Sicherheit den Engagierten Wechsel, die das Accept des Goldschmieds Panz und die Jndoffamente von Möller und Gerner trugen. Als die W.'schen Zeitung schon nach zwei Monaten zu erscheinen aufhörte, und W. nicht in der Lage war, die hinterlegten Kautionen zurückzugeben, stellte es sich heraus, daß sammtliche Unterschriften auf den Wechseln gefälscht waren. W. zog

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