Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 3 (März 1900)
- Article
- Geschäftsbericht
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 115 (sequence 3)
- Language
- German
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Geschäftsbericht. 115 Außerhalb Berlins hatten wir am 28. Januar eine Versammlung in L i e g n i tz. Dort hielt den Vortrag unser früheres Berliner Mitglied Herr Dr. Julius MoscS, der jetzt seinen Wohnsitz in Liegnitz genommen, und Herr Oberlehrer Dr. Schneider aus Berlin vertrat den Vorstand bei dieser Veranstaltung. Zu einer am 16. Februar in Breslau abgehaltenen Versammlung hatten unsere beiden Vorstandsmitglieder, die Herren Dr. Loevinson und Dr. Jos. Lewy, Vorträge übernommen. In einer am 7. März in Charlottenburg abgehaltenen Versammlung habe ich den Vortrag gehalten. Besonders bedeutungsvoll sür die Entwickelung unseres Vereins erwies sich die in Frankfurt a. M. abgehaltene Central-Vereins- Versammlung, in welcher Herr Dr. Fuchs und ich über Ziele und Bestrebungen des Vereins sprachen. Es war eine bemerkenswerthe Erscheinung, daß in einer Stadt wie Frankfurt a. M., in welcher so außerordentlich viele Leute wohnen, die ein warmes Herz haben für alle Bestrebungen, die dem berechtigten Jntereffe unserer Glaubensgenossen dienen, verhältnißmäßig sehr wenige sich unserem Vereine angeschlossen hatten. Wie fast überall, wo wir eine der« artigeZurückhaltung konstatieren müffen,konnte auch in Frankfurta.M. nach unserer Meinung vor allen Dingen nur die Unkenntniß unserer Absichten und der ihrer Erreichung dienenden Mittel die Ursache solcher Zurückhaltung sein, und cs kam dort noch hinzu, daß Frankfurt a. M., wenn auch jetzt seit längerer Zeit ein Glied des preußischen Staates, doch eine weitgehende Selbstständigkeit sich bewahrt hat und gewöhnt ist. neuen Bestrebungen, die aus Norddeutschland und insbesondere aus Berlin kommen, mit einer peinlichen Kritik entgegenzukommen. Leider müssen wir ja anerkennen, daß gar manche der Segnungen, die von Berlin unfern süddeutschen Ländern gebracht werden, nur schwer als solche anerkannt werden können. Und es kam uns deshalb darauf an, in Frankfurt a. M. Klarheit über unfern Verein zu schaffen und ein etwa vorhandenes Mißtrauen dadurch zu beseitigen. Mit freudiger Genugthuung können wir konstatieren, daß die Versammlung überaus gut besucht gewesen ist (gar mancher, der ihr beiwohnen wollte, mußte wegen Ueberfüllung des Saales um kehren) und daß die Ausführungen, die von uns gemacht wurden, nicht nur dem vollsten Verständniß ihrer Bedeutsamkeit begegneten, sondern daß auch in dieser Ver-