Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1900)
- Article
- D. P. Berlin
- Date
- 1900-02-01
- Page
- 99 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316663-2316666--06431-2325571- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
99 Briefkasten der Redaktion. D. P. Berlin. Nach einer Mitteilung der „Staatsb.-Ztg." ist derselben ein Schreiben zugegangen, in dem es heißt: „Die Erklärung einzelner Schulvorsteherinnen, daß sie das jüdische Element nur bis zu einem gewissen Prozentsatz in ihren christlichen Schulen wollen aufkommen lassen, hat in diesen Schulen zu einem außerordentlichen Andrang derJuden geführt. Gerade, was verhindert werden sollte, ist eingetreten. Das tapfere F r l. D ö r st l i n g dürfte mit ihrer Bedingung zur Schutzwehr des christlichen Charakters ihrer sehr geschätzten Schule den jüdischen Familien, welche sich derselben fügten, noch einen besonderen Gefallen erwiesen haben. Es giebt auch Juden, denen daran liegt, ihre Töchter dem Einfluß ihrer Leute zu entziehen, und in der christlichen Erziehung derselben den ersten und besten Weg zumUebertritt zu gewinnen. Synagogenanhänglichen Verwandten gegenüber mag es dann freilich heißen, wir konnten nicht anders. Und wenn diese hinterher Lärm erheben, machen sie sich eben lächerlich. Daß die Juden sich vielfach an die christlichen Deutschen herandrangen, um von ihnen zu prositieren, ist eine bekannte Thatsache. Es wäre bezeichnend, wenn dies zu dem Zweck geschähe, die jungen, reichen Jüdinnen auf den „Berus" vorzubereiten, künftig in einem „deutschen" Hause, dem sie durch ihr Gold neuen „Glanz" leihen, sich zu bewegen. Ein Gewinn für das Deutschthum freilich ist daS nicht! Ist es aber so, so ist die Heuchelei, die hier getrieben wird, empören d." E s i st empörend, wenn die „Staatsb.- Ztg." den Juden solche schimpfliche Tinge mit Unrecht nachsagt; e s ist noch empörender, wenn es wirklich Juden giebt, die ihrer Darstellung entsprechen. Hoffen wir, daß dies nicht der Fall oder wenigstens die Zahl dieser charakterlosen Juden nur eine sehr geringe ist. Das Eisen könnte die Bäume nicht fällen, wenn diese ihm nicht die Stiele zur Axt lieferten. Th. G. Berlin. Da8 Flugblatt „Eine kleine Abrechnung zur Jahreswende" ging uns weniger an als die nichtantisemitische Preffe, welcher daraus, daß sie sich nicht dazu hergab, die im österreichischen Reichsrathe von dem Abg. Ernst Schneider gehaltenen Hetzreden zu verbreiten, der Vorwurf gemacht wurde, die „Geistesnahrung" zu