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Im deutschen Reich · 1900-02-01 · Heft 2 (Februar 1900) · p. 93

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 2 (Februar 1900)
Article
Thorn
Date
1900-02-01
Page
93 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 93 dem er den ganzen Nutzen dieses Theils der Lieferung überläßt. Borchardt steht insofern der Garnison näher als die christlichen Selbstschlächter der „Staatsbürger-Ztg.", als er bei der Leibkompagnie deS 1. Garde-Regiments zu Fuß in Potsdam gedient und alle drei Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71 mitgemacht hat. 0 Flatow, 3. Februar. Der Reichstagsabgeordnete Bindewald aus Berlin konnte hier ebenso wenig wie vor einigen Tagen in Schlochau einen Saal miethen, um eine antisemitische Versammlung abzuhalten. Rakel (Netze), 8. Februar. Der hiesige Kaufmann L. B ä r - w a l d ist zmn Stadtverordnetenvorsteher gewählt worden. H Stadtoldendorf, 2. Februar. Am 20. v. Mts. vollendete der Senior des Central-Vereins, der Fabrik- und Gutsbesitzer Ephraim Rothschild, sein 92. Lebensjahr und beging diesen Tag in körperlicher und geistiger Frische. Ter greise Herr, welcher auch zu den Mitbegründern des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes gehört, nimmt noch an allen Ereignisien regen Antheil und ist ein regelmäßiger Besucher des Gotteshauses. Schon seit langen Jahren ist er Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde. Dresden, 14. Februar. Tie hiesige Abtheilung der „Deutschen Kolonialgesellschast" veranstaltete am 10. d. M. einen Dortrag über „die Bedeutung des britischen und amerikanischen Imperialismus", über welche Dersammlung die antisemitische „Deutsche Wacht" einen „Levy fercht sich vor den Buren" überschriebenen Bericht veröffentlichte, in welchem der Vortragende, ein Hilfsarbeiter im Marine-Amt, Professor Dr. von Holler auf das Gröblichste beleidigt wurde. Die „Deutsche Wacht" schrieb z. B.: „Sehen Sie, Herr Levy reete „von" Halle, da sind Sie im Sinne des bekannten § 130 als Nichtdeutscher auf ganz richtiger Fährte. Von Ihrem Standpunkte, dem Standpunkte Ihrer ß-130-Nation, ist mit den Buren freilich nichts anzufangen, denn die werfen einen gleich hinaus, wie z. B. den Rabbiner, waö?" Dieser wüthende Raffenantisemirismus dürste das Geschäft der „Mission in Israel" gerade nicht erleichtern! — Köstlich ist, daß das erwähnte Dresdner Antisemiten - Organ das von ihm gegeißelte Verhalten christlicher Finanzmänner auf jüdischen Einfluß zurückzuführen wagt. Es sagt in einem Artikel „Der Prozeß Palmin und seine Lehren": „ES gab viel schmutzige Wasche zu waschen; es war aber nicht die schmutzige Wäsche eines einzelnen, des Geschäfts Günther & Rudolph vielleicht, sondern die schmutzige Wäsche der heutigen GeschäftSmoral, wie sie sich im Lause der Zeit in das Geschäfts gebahren der moderne»

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