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Im deutschen Reich · 1900-01-01 · Heft 1 (Januar 1900) · p. 43

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 1 (Januar 1900)
Article
O. S. Berlin
Date
1900-01-01
Page
43 (sequence 2)
Language
German
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vries?asten der Äesarrwn. kürzlich berichtet: „Ein Pistolenduell hat zwischen Weihnachten und Neujahr im Grunewald stattgefunden. Es standen sich ein Jurist und ein Dr. W. gegenüber. Dr. W. ist zwar jüdischer Abstammung, zeigt sich aber gern als Antisemiten. Bei einer solchen Gelegenheit kam es in einer Gastwirthschaft zu einem Austritt, der zu dem Zweikampf führte. Einem Juristen gefiel daS Verhalten Dr. W.'S nicht, und er erinnerte ihn nicht gerade in den höflichsten Formen an seine Abstammung. Dr. W. ohrfeigte seinen Gegner und wurde daraufhin von diesen auf Pistolen gefordert. Die Forderung wurde unter schweren Bedingungen im Grunewald ausgefochten. Der Jurist erhielt einen Schuß durch ein Bein und mußte in eine Privatklinik gebracht werden." D. K. Berlin. Daß die „Staatsbürger-Ztg." jede Zuschrift, in welcher ihre Haltung mißbilligt wird^ einem Juden zuschreibt, ist nichts Neues. Am 30. Dezember antwortete die Redaktion im Briefkasten einem Herrn Ludwig H.: „Sie, der Sie so schreiben, wollen Christ sein? Bei Ihnen blickt ja aus jedem Worte der Jude heraus." In derselben Nummer befand sich im Briefkasten folgende ergötzliche Zusammenstellung: „R. Cl., Alter Abonnent. Ja, Sie haben recht; es ist zum Verzweifeln, wenn man die Menschen in die jüdischen Ramschbazare laufen sieht, um Christgeschenke zu kaufen. Aber gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. Um den schwer geschädigten kleinen Gewerbetreibenden zu helfen, muß gesetzlich eingeschritten werden, das ist unabweisbare Pflicht. - - Gutsbesitzer R. in H. Als ein praktisches Mittel gegen Maul- und Klauenseuche wird empfohlen, dem kranken Vieh täglich dreimal eine Abkochung von Erdbeerstengeln und Blättern und darauf die abgekochten Blätter dieser Pflanzen zum Fressen zu geben." K. M. Berlin. Als Antwort auf Ihre Frage diene Ihnen eine kleine Geschichte, welche wir in der Regensburger „Laubhütte" gefunden haben: „Eine BankierSfrau in Wien hat zwei Einladungen erhalten. Die eine rührt von der „deutsch-akademischen Verbindung" her, die ein Konzertkranzchen für den nationalen Wohlthatigkeitsverein „Odin" veranstaltet und den Bankier offenbar für einen Arier hält; die andere kommt von einer jüdischen Studentenverbindung, welche ein Fest zu Gunsten der armen, geplünderten Provinzjuden veranstaltet. Das holde Töchterchen rümpft das Naschen, indem es die letztere Einladung durchliest und spricht: „Mama, wir werden doch nicht zu den Hausierern gehen? 2 Kronen werden von diesen Leuten mit Händeküflen angenommen

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