Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1899)
- Article
- Max Hausmeister [Rezension]
- Date
- 1899-12-01
- Page
- 687 (sequence 1)
- Language
- German
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Mcherscharr. Max Hausmeister. Die Mittel zur geistigen Hebung des Judenthums. Süddeutsches Verlags«Institut. Stuttgart 1900. Die Darlegungen des Verfaflers werden allen denen außerordentlich willkommen und interessant sein, die auf dem Standpunkt stehen, daß zur Erhaltung und Stärkung des Judenthums alle Juden gemeinsam eintreten können nnd müssen. Die ältere, strengere Richtung, an der viele pietätvoll sesthalten zu müssen glauben, solle unangetastet fortbestehen; ebenso die neuere Richtung derjenigen, die meinen, daß die neue Zeit ein Aufgeben mancher alten Formen und eine Anpassung an veränderte Verhältnisse erfordere. Alle Richtungen, ältere und neuere, strengere und freiere, sollten aber/ bald jede für sich, bald alle gemeinsam, dem idealen Ziele geistiger Hebung des JudenthumS zustrebsn. Ein Niedergang deS letzteren sei nicht vorhanden und werde nicht eintreten. Der Verfasser weist dies mit weitem Blick und großer Sachkenntniß nach, indem er die Einfachheit, das leicht Verständliche der jüdischen Lehren erläutert und den Einfluß des Judenthums auf Völker, mit denen es in Berührung kam, und umgekehrt, von den Zeiten des alten jüdischen Reiches bis auf die heutige Zeit in großen Zügen in anschaulicher Weise kultur-historisch schildert. Der Verfasser wird dabei der hohen kulturvollen Mission des Christenthums in vollem Maße gerecht, wenn wir uns auch zu dessen Wunderglauben nicht hingezogen fühlen könnten. In dem Original möge nachgelesen werden, wie der Verfasser sich die geistige Hebung des Judenthums durch Vereine, Vorträge, Schriften denkt, wie er im Besonderen das Interesse bei der Jugend als bei denen wachrufen will, die dem Judenthum gleichgültig gegenüberstehen, weil ihnen dessen inniger Zusammenhang mit dem ganzen historischen Aufbau der Menschheit nicht dargelegt wurde und darum auch nicht klar werden konnte. Möge die Aufforderung des Verfassers zur Zusammenfassung und Ausnutzung der vielen im Judenthum vorhandenen sittlichen und