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Im deutschen Reich · 1899-12-01 · Heft 12 (Dezember 1899) · p. 685

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 12 (Dezember 1899)
Article
B. M., Schöneberg
Date
1899-12-01
Page
685 (sequence 2)
Language
German
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«riefle« WW«Tfiöfi; anführer, der Baurath Blankenburg, wird steckbrieflich verfolgt, der zweite Anführer hat ein« Strafversetzung erhalten. M. N. Altona» Das dortige Antisemiten > Organ, Golle'S „Deutsches Blatt", behauptete ohne allen Grund, daß „der Freifin« und mit ihm das Judenthum" im Berliner Nachhause in Folg« „eine- Wahlsystems herrsche, das jeder Gerechtigkeit spottet." ES schrieb ferner: Die Wahlen zur Stadtverordaeten-Ver» sammlung vollziehen sich nach Klassen und zwar so, daß 631 Wähler erster Klaffe ein 442 mal größeres Wahlrecht haben, als die der dritten Klaffe, die 7742 Wähler zweiter Klaffe sind in ihrem Wahlrecht elfmal schlechter gestellt als die der ersten Klaffe. Den zusammen 8373 Wählern der ersten und zweiten Klaffe stehen 305 521 Wähler in der dritten Klaffe gegenüber. Ein solches, dem Geldsack dienendes Wahlrecht hält der Freisinn heute noch aufrecht. Warum? Weil er dabei regiert! lieber das ähnliche Wahlrecht zum preußischen Landtag, bei welchem der Liberalismus schlecht abschneidet, erhebt er dagegen Zeter und Mordio." — Die Dinge liegen ganz anders: erstens wünschen die freisinnigen Stadtverordneten Berlins durchweg eine Aenderung des Wahlsystems und zweitens danken von den 28 Stadtverordneten jüdischen Glaubens ihr Mandat nur 15 den Wählern 1. Klaffe, wogegen 7 in der 2. und 6 in der 3. Klaffe gewählt worden sind. Von den letzteren 6 gehören 4 der sozialdemokratischen Partei an. O. K.^München. Daß Dr. Sigl's „Bayrisches Vaterland" den kürzlich verstorbenen sächsischen Antisemiten Dr. Moritz Busch zum Juden macht, ist urkomisch. Dr. Sigl hat offenbar die judenfeindlichen Artikel nicht gelesen, welche Busch 1885 in Buchform unter dem Titel „Israel und die Gojim" herausgegeben hat. Er weiß auch nicht, daß Fürst Bismarck den Dr. Busch einmal darüber zur Rede gestellt hat, daß derselbe seine Aeußerungen über die Juden „unter dem Tisch notiert und entweder falsch wiedergegeben oder ihnen einen Sinn beigelegt hat, den sie nicht hatten". Wenn der selige Busch nicht davor sicher war, posthum zum Juden gemacht zu werden, dann riskieren wir, daß man uns einmal auch noch Herrn Dr. Sigl an die Rockschöße hängt und das wäre das Traurigste — für die Juden! M. L.» Dresden. Die antisemitische Preffe lamentiert über den Bescheid des Ministers des Innern vom 18. November 1899, die behördliche Genehmigung der Umwandlung des Namen „Schmuhl" in „Steinhardt" betreffend. Die „Deutsche Wacht" haucht ihren Schmerz sogar in einem Gedicht aus, das folgende Strophe enthält: 46*

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