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Im deutschen Reich · 1899-12-01 · Heft 12 (Dezember 1899) · p. 684

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 12 (Dezember 1899)
Article
G. R., Berlin
Date
1899-12-01
Page
684 (sequence 2)
Language
German
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684 Im deutschen Reich. nennt «der weislich den Betreffenden nicht und erläutert auch nicht, warum Herr Schneider sich nicht damals an einen der „ anti - semitischen Kapitalisten" gewandt hat, deren Menschenfreundlichkeit und Uneigennützigkeit nach der „StaatSbürger-Ztg." doch außer allem Zweifel stehen! P. 8.» Berlin. Die Antisemiten-Preffe hat mit dem Reffort „Kunst und Literatur" entschiedenes Pech. Ein Salzburger Ge» sinnungsgenoffe des Wiener Antisemitenblattes, welches Grillparzer zum Verfaffer des DramaS „Der Kaufmann von Venedig" machte, wurde durch die Aufführung von Max Dreper's „Großmama" zu einem ähnlichen Geniestreich verleitet. Das „Salzburger Tageblatt" schreibt nämlich: „Wie die „Großmama" dieses jüngsten Literaturhebräers dazu kam, am Hoftheater in Berlin aufgesührt (dies war gar nicht der Fall; es wurde im „Lessing-Theater" gegeben) und am Hofburgtheater in Wien zur Aufführung angenommen zu werden, welche Hintertreppen und Protektionspfade hierzu benutzt wurden, wiffen wir nicht ... So etwas Jämmerliches, Albern- Langweiliges und dabei Ausdringliches von einem jüdischen Machwerk ist uns noch nicht vorgekommen, und wir haben auf dem orientalischen Literaturtandelmarkt doch schon vieles erlebt. . ." Der Literatur-Antisemit aus Salzburg wird von der Redaktion des „B. B.-C." belehrt, daß Max Dreyer ein blonder, blauäugiger Arier ist, einst sogar Redakteur der vom Antisemitismus wahrlich nicht freien „Tägl. Rundschau" war .... B. M.» «chöneberg. Die Schöneberger Radfahrer- Vereinigung 1897 (Vorsitzender Albert Penzlin, Schöneberg, Hauptstr. 150) ladet zu der Freitag Abend stattfindenden geselligen Zusammenkunft im Klubheim, Steinmetzstr. 74, bei Lemm, Gäste, Damen und Herren, sowie radelnde Ehepaare ein, fügt aber hinzu: „Staatsbürger" mosaischen Glaubens wollen fern bleiben. — Am Freitag Abend werden dieselben allerdings anderwärts bester am Platze sein. K. G. Magdeburg. Der Ausfall der Stadtverordnetenwahl in Swinemünde wird selbstverständlich von der antisemitischen Preffe als ein Erfolg ihrer Sache dargestellt. So liegen die Dinge aber durchaus nicht. Es sind allerdings dort in der dritten Abtheilung 2 Kandidaten des Antisemitenvereins durchgekommen, hingegen in der zweiten Abtheilung 3 Liberale und nur 1 Antisemit, in der ersten Abtheilung 3 Liberale. In Swinemünde ist die Antisemiten-Gesellschaft sehr zusammen geschmolzen. Ihr Haupt-

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