Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1899-12-01 · Heft 12 (Dezember 1899) · p. 667

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 12 (Dezember 1899)
Article
Aurich
Date
1899-12-01
Page
667 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316650-2316662--06126-2325205
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. 667 wechselte echte Herdbuchstier trotz aller Nachforschungen nicht mehr aufzufinden gewesen. Damit ist offenbar aus Konkurrenz-Gründen «ine sehr alte, s. Z. unaufgeklärt gebliebene Geschichte wieder aufgewärmt worden. Vor einer Reihe von Jahren war allerdings ein jüdischer Viehhändler wegen einer solchen Betrugsaffaire in Untersuchung; derselbe ist jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil ihm nichts bewiesen werden konnte. Sollte er wirklich nicht schuldlos gewesen sein, so würde die Handlungsweise eines Einzelnen nichts beweisen, da es eine sehr große Anzahl jüdischer Viehhändler in Ostfriesland giebt, welche durchweg einen sehr guten Nus genießen, sodaß die Landwirthe gern mit ihnen Geschäftemachen. Daß man trotz der großen Zahl der jüdischen Viehhändler fast nie von einer betrügerischen oder auch nur unreellen Handlungsweise hört, ist wohl der beste Beweis für ihr redliches Verhalten. Thatsächlich ist auch deshalb das Verhältniß zwischen den hiesigen Landwirthen und den jüdischen Viehhändlern ein srhr gutes. X Hamburg, 8. Dezember. Der hiesigen Medizinal-Behörde ging eine Eingabe des Central-Ausschusses der antisemitischen Bürgervereine in Hamburg zu, welche das ungebührliche Ansinnen enthält, daß bei der Erledigung der Ausschreibung einer Jmpfarztstelle für den 1. Januar jüdische Aerzte nicht berücksichtigt werden möchten. Im hiesigen Rathhause wurde gestern das Testament des am 2. d. M. hier verstorbenen Herrn Marcus Nordheim publiziert. Der Testator vermachte an die Deutsch - Israelitische Gemeinde 60 000 Mk., an den Pensionsfonds der Lehrerinnen der israelitischen Töchterschule 10 000 Mk. Ferner erhalten: das Paulipen-Stift 5000 Mk., Talmud-Tora-Schule 5000 Mk., Israelitisches Waisenhaus 5000 Mk., Miethe-Hülfsverein 5000 Mk., Verein zur Vertheilung von Feuerung 5000 Mk., Verein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen der Israelitischen Gemeinde 5000 Mk., Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde 5000 Mk., Altenhaus 5000 Mk., Pestalozzi-Stiftung 5000 Mk., Poliklinik des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde 5000 Mk., Vaterländischer Frauen- Hülfsverein 5000 Mk., Wohlthätiger Schulverein 5000 Mk.» Seemanns-Krankenhaus 5000 Mk., Kunsthalle 10 000 Mk., Memmelsdorfer Gemeinde (Geburtsort des Testators) 10 000 Mk., das dortige Kinderheim 5000 Mk., die dortige israelitische Gemeinde 5000 Mk., das hiesige Pflegeheim und Siechenhaus 15 000 Mk. Die Gemäldesammlung wurde der Kunsthalls vermacht. Außerdem sind das Kontor-Personal sowie die übrigen von dem Testator beschäftigt gewesenen Personen mit Legaten bedacht. 45

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.