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Im deutschen Reich · 1899-12-01 · Heft 12 (Dezember 1899) · p. 666

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 12 (Dezember 1899)
Article
Hannover
Date
1899-12-01
Page
666 (sequence 2)
Language
German
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666 Im deutschen Reich. in der Provinz Hannover «in symptomatisches Zeichen. Die Konservativen sind nur noch auf di« „Hannov. Nachrichten" angewiesen, di« erst vor etwa Jahresfrist sichzur konservativen Weltanschauung durch» gerungen haben und seitdem der offiziell« Moniteur des hannöverschen Oberpräsidiums geworden sind. Der Verein zur Beförderung deS Handwerks unter den Juden der Provinz Hannover hielt am 7. d. M. unter dem Vorsitze des Justizraths B e n f e y I seine Generalversammlung ab. Der 1833 gegründete Verein zählt 328 Mitglieder. Unter den unterstützten Lehrlingen befinden sich wieder mehrere, welche als Schlosser, Tischler und Stellmacher ausgebildet werden. In den Jahren 1897 — 1899 wurden 129 jüdische Handwerkslehrlinge unterstützt, und zwar: 7 Buchbinder, 7 Schneider, 9 Schlächter, 2 Uhrmacher, 8 Schlosser, 2 Goldarbeiter, 1 Klempner, 9 Sattler, 9 Maler, 1 Kürschner, 14 Mechaniker, 2 Schuhmacher, 10 Tapezierer, 2 Photographen, 32 Tischler und Stellmacher, 7 Techniker, 1 Maschinenbauer, 1 Drechsler, 2 Bäcker, 2 Glaser, 1 Metalldreher. In der Stadt Hannover sind zur Zeit 12 Lehrlinge untergebracht, die von einem emeritierten Prediger überwacht werden. Diese Ueberwachung erstreckt sich auf die sittliche und religiöse Führung, sowie di« Fortschritte der Lehrlinge; namentlich wird bei dieser Ueberwachung darauf geachtet, ob die Lehrlinge ihr Recht bezüglich Wohnung, Kleidung und Ernährung haben, und ob die Beträge, welche vereinsseitig für sie verwendet werden, auch wirklich zum Nutzen der Lehrlinge zur Verauslagung gelangen. Mehrere Lehrlinge haben für das Gesellenstück daS Prädikat „Gut" empfangen. Die in der Lehre befindlichen jungenLeute erhalten von ihren Meistern durchweg gute Zeugnisse über Fortschritt und Führung. Eine einzige bedauerliche Ausnahme von schlechter Führung ist zu verzeichnen gewesen. <b> Aurich, 5. Dezember. Unter der Spitzmarke „Etwas vom jüdischen Viehhandel" brachte die „Kreuz-Zeitung" am 5. November eine der agrarisch-antisemitischen „Deutschen Tages- Zeitung" entnommme Notiz, in welcher darüber geklagt wurde, daß in Ostfriesland der Schlachtviehhandel ausschließlich in den Händen der Juden sei, hier in Aurich kein einziger christlicher Fleischer vorhanden sei und das von auswärtigen Fleischern bezogene Fleisch zuerst im städtischen Schlachthaus« untersucht und versteuert werden müsse. In der Notiz wurde schließlich auf eine angeblich von einem jüdischen Händler bewirkte Schwindelei bei einem Stierverkauf hingewiesen, die nur straflos geblieben sei, weil der gegen ein minderwerthiges Thier ver-

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