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Im deutschen Reich · 1899-11-01 · Heft 11 (November 1899) · p. 631

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 11 (November 1899)
Article
F. H., Lissa i. P.
Date
1899-11-01
Page
631 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 631 „reine Deutschthum" gegenübergestellt wird, welches das Antisemitenblatt durch solche Mittel zu vertheidigen meint oder auch nur vorgiebt. L. W.» Kassel. Daß der hessische Sozialdemokrat Dr. David kein Jude ist, haben sogar antisemitische Blätter schon früher zugegeben.. Um so komischer wirkt es, daß sich die „StaatSbürger-Zeitung" in ihrem „W ölfe-in Schafspelzen" überschriebenen Artikel, dessen Spitze sich gegen, die jüdischen Getreidehändler richtet, auf Urtheile -von Eduard Lasker, Gustav Cohn — und um drei jüdische Eideshelfer zu haben, auch auf den Juden Dr. David beruft. An den Ausführungen Gustav Cohn's scheint Herr Dr. Bachler besonderes Wohlgefallen gefunden zu haben. K. L.. Dresden. Der vormalige Schatzmeister des Mbertvereins, Kommerzienrath Hopffe, der dort wegen Unterschlagung von 207 000 Mk. ihm anvertrauter Gelder am 25. Oktober zu 4 Jahren 9 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, wies zu seiner Vertheidigung auf den Rückgang seines Tapetengeschäfts hin, den er seltsamer Weise dadurch zu erklären sucht«, daß Dresden nach und nach von den Juden überfluthet worden sei/ die das Geschäft verdorben hätten. Da eine solche Ueberfluthung bisher ebenso wenig bemerkt worden war, als eine besonders lebhafte jüdische Konkurrenz in dem Dresdener Tapetengeschäft, machte diese Behauptung sehr geringen Eindruck. Selbst das dortige Antisemitenblatt berichtete: „Weiter wurde als erschwerend angesehen, daß die veruntreuten Gelder nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes, sondern zu Ausschweifungen aller Art benutzt worden seien." G, S.» Leipzig. Llm lü. November berichteten di« „Deutsch- Sozialen Blätter" u. a.: - „Emma Till, Schülerin der oberen Klasse einer höheren Mädchenschule im Großherzogthum Baden wird auf dem Schulausfluge von Gertrud (!) Cohn ausgefordert, eine Ansichtspostkarte mit zu unterzeichnen und schreibt: „Sarah Lilienkron". Wüthend beschwert sich Gertrud (!) hierüber bei dem Schuldirektor und hat die Genugthuung, ihre Mitschülerin gerüffelt zu sehen wegen Beleidigung derselben in Bezug auf ihre „Konfession". Der germanische Schuldirektor stammt aus einem stark von Juden ausgesogenen evangelischen Bauerndorfe, hat eine katholische Frau und läßt seines Kinder katholisch erziehen. Mehr Toleranz und Humanität kann man freilich nicht verlangen." — Sie sehen, das Organ Liebermanns von Sonnenberg denunziert den Schuldirektor nicht nur wegen seiner humanen Gesinnung den Juden gegenüber, sondern auch wegen seiner Konzessionen an den Katholizismus! E. L. Chemnitz. Die „Deutsche Wacht" Oswald Zimmermann's zeigt auch in diesem Falle Unkenntniß sächsischer Verhältnisse. Sie

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