Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 11 (November 1899)
- Article
- C. R., Berlin
- Date
- 1899-11-01
- Page
- 626 (sequence 2)
- Language
- German
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626 3m deutschen Reich. Pamphlet, für welches ihm die „Zukunft" gerade als die geeignetste Ablagestätte erschien. Dieser Judenfeind giebt zwar auS Respekt vor Lombroso und Luschan ohne weiteres zu, daß die Juden kein Volk sind und daß dieselben eigentlich nicht zu den semitischen Völkern gehören, aber sie gellen ihm doch als besondere Raffe, wenn auch nur als eine Mischung von Hetäern und Semiten. Herr Wohlbold bestreitet, daß die jüdischen Charaktereigenthümlichkeiten aus dem Mittelalter stammen; er behauptet, daß dieselben weit weit älteren Ursprungs seien, bringt aber für diese Behauptung ebenso wenig Beweise, wie für den Satz, daß die Armenier somatisch nicht von den Juden zu unterscheiden seien. Er deduziert: Die armenische Volksseele kann sich nicht im mittelalterlichen Europa zu ihrer heutigen Form entwickelt haben, folglich konnte dies auch die Pathologie der jüdischen Volksseele nicht. Er leugnet nicht, daß die Juden auf der Höhe der Äultur Helden, Philosophen und Dichter hatten, hütet sich aber wohl, auf die Vlüthezeit des spanischen Judenthums im Mittelalter zurückzugehen, sondern bezeichnet, ohne dafür Nachweise zu bringen, die jetzigen Juden einfach als Vertreter der äußersten äLOkäsnos, nur weil ihm ihre Sparsamkeit und ihr Erwerbssinn mißfällt, für den er seltsamer Weise keine andere Erklärung findet, als Parvenüthum oder geistigen Marasmus! Daß jedes Volk diejenigen Juden hat, die es wrbient, ist ihm offenbar unbekannt und offenbar wird sein Urtheil beeinflußt durch die Bekanntschaft mit einzelnen geistreichen Männern, die nur aus materiellen Gründen vom Judenthum abgefallen sind, dadurch den festen Halt verloren haben und nicht nur Herrn Wohlbold, sondern auch anderen Leuten jedenfalls mit größerm Rechte als Vertreter der äußersten decadence, wie als Juden gelten. Ob dies wissenschaftlich oder überhaupt gerecht ist, die jüdische Volksseele nach den Seelen derer zu beurtheilen, die vom Judenthum abgefallen ftnb, mag dahin gestellt bleiben. Wenn aber Herr Wohlbold den Zionismus für den Schwanengesang des Judenthums hält und daraus den Wunsch des müden Ahasverus heraushört, in der Heimath zu sterben, so irrt er sich. Wäre sein Ohr für jüdische Melodien geschürft, so würde er. aus jedem Ton, der aus einer wahrhaft jüdischen Brust quillt, den Psalm heraushören: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Thaten des Herrn künden!" F. B., Berlin. Diese Briefkasten-Notiz der „Staatsbürger-Ztg." brauchte Ihnen keine Schmerzen zu bereiten. Die Staatsbürgerin antwortete dem nebelhaften Herrn N. N.: „Sie theilen uns mit, daß in einer evangelischen höheren Töchterschule des .Frl. H. in der