Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 11 (November 1899)
- Article
- Hamburg
- Date
- 1899-11-01
- Page
- 617 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 617 bei der Pirnaer Wahl für die Kandidatur d«S Antisemiten Lotze zu ködern. Je nachdem eS Nutzen bringt, schreiben die „antisemitischen SchmockS" rechts und reden links — oder auch umgekehrt! Dresden, 2. November. Auf Grund eines von der Staatsanwaltschaft in Hamburg wegen Wechselfälschungen und Unterschlagungen erlassenen Steckbriefes ist hier der Schriftsteller Karl Alexander Wald verhaftet worden, welcher vor Jahren in Hamburg di« antisemitische „Deutsche Reform" herauSgab. Das Golle'sche Antisemitenblatt in Hamburg behauptet, Wald sei schon 1894 aus der Partei ausgeschlossen worden, andere Antisemiten- Organe bezeichnen ihn nur als „Spiritisten", trotzdem seine frühere Thätigkeit als Parteigenosse ihnen unmöglich aus dem Gedächtniß entschwunden sein kann. Ein kläglicher Versuch beS Berliner Antisemitenblattes, denselben als Parteigenossen zu verleugnen, veranlaßt« den Schriftsteller und Lehrer des Spiritismus Karl Wald, Schöneberg, Koburgstr. 16, von dem Blatte die Aufnahme folgender Berichtigung zu verlangen: „In Nr. 523 der „Staatsbürger-Zeitung" (Abend-Ausgabe vom 7. November 1899) brachten Sie die mir heute erst zur Kenntniß gelangte Notiz, daß ich . . . der spiritistische Schriftsteller Karl Wald, wegen bedeutender Wechselfälfchungen steckbrieflich verfolgt und in Dresden verhaftet worden sei. Alles das ist betreffs meiner Person absolut unwahr. Wegen Wechselfälfchungen wurde — wie ich Ihnen bereits am 6. Dezember 1895 mittheilte — der antisemitische Schriftsteller und Redakteur Alexander Wald aus Hamburg steckbrieflich verfolgt und nun wohl verhaftet. Ich habe mit der ganzen Sache absolut nichts zu thun, bin auch nicht verwandt mit dem p. x. Alexander Wald." & Vcrnburg, 2. November. Den Reigen der diesjährigen Vorträge im hiesigen „Brüderoerein", Verein für jüdische Geschichte und Literatur, eröffnete am 24. v. M. vor zahlreichen Zuhörern Dr. phil. M. Spanier aus Magdebur mit dem Thema: „Zur Emanzipation der Juden in Deutschland". Der Vortrag gewann dadurch besonderes Jntereffe, daß der Redner mehrfach die Anhattischen und speziell die Bernburger Emanzipationsverhältniffe berührte. ft<] München, 10. November. Der bisherige Landgerichtsrath Eduard Silbermann wurde zum Staatsanwalt am Ober-Landesgericht München ernannt. Der Kaufmann Jacob Frenkel in Regensburg hatte Beleidigungsklage gegen den verantwortlichen Redakteur des „Bayrischen Vaterland" Otto S ch oy erhoben, welcher daraufhin am 20. Oktober