Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1899)
- Article
- Breslau
- Date
- 1899-10-01
- Page
- 551 (sequence 2)
- Language
- German
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Aorresxondeirzen. 551 maßen verlaufen hatte, langten Vater und Kind glücklicherweise unversehrt in ihrem Absteigequartier an. Dem Schutzmann, welcher sie dahin geleitet, gebührt für sein besonnenes Verhalten^Mgesichts der aufgeregten Menschenmassen ein volles Lob." Gleiwitz, 2. Oktober. Vor einem zahlreichen kaufmännischen Auditorium hielt hier kürzlich ein Herr Döring aus Hamburg einen Vortrag über den „Deutsch-nationalen HandlungSgehülfenverband". An den Vortrag schloß sich eine erregte Debatte, nach deren Abschluß folgende Resolution einstimmige Annahme fand: „Die Versammlung verurtheilt die Bestrebungen des D. H.-V., da er, auf konfessioneller Grundlage beruhend, nicht geeignet ist, die Lage der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen zu fördern." n Frankfurt a. AI., 1. Oktober. Zu Ehren des heute in den Ruhestand tretenden Direktors des „Philanthropin", Dr. Herm. B ä r w a l d, fand am 22. v. Mts. in dem festlich geschmückten Turnsaal der Anstalt in Avwesenheit zahlreicher Ehrengäste eine Abschiedsseier statt, bei welcher Stadtrath a. D. Herxheimer Namens des Schulraths und im Aufträge des Prooinzial-Schulkollegiums der dreißigjährigen Thätigkeit des Scheidenden Worte herzlicher Anerkennung widmete. Namens des Lehrerkollegiums sprach Profesior Dr. Epstein, namens der Direktoren der Direktor des Goethe- Gymnasiums Dr. Reinhardt. Der Gefeierte dankte bewegt und knüpfte an eine Schilderung des Werdeganges des „Philanthropin" vom Jahre 1804 an Segenswünsche für das fernere Gedeihen der Schule. (Der Dirigent der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Rektor Dr. Adler, ist einstimmig zum Nachfolger Dr. Bärwalds gewählt warden. Der Weggang dieses trefflichen Pädagogen wird hier in Berlin nicht nur als ein Verlust für die von ihm vorzüglich geleitete Anstalt, sondern auch für andere Institutionen der Gemeinde und verschiedene Vereine betrachtet, denen er sich mit Eifer widmete und für welche er Bedeutendes leistete. Unserem Vereine wird Herr Dr. Adler gewiß auch in Frankfurt ein wackerer Mitarbeiter bleiben. Die Redaktion.) g] Vrannschweig, 6. Oktober. Vor dem Schwurgericht wurde hier gegen die 19 Jahre alte galizische Jüdin Jutta Seiden aus Przmyslani verhandelt, welche beschuldigt war, am 13. März d. I. ihren am 26. Februar d. I. geborenen Sohn Jingel Seiden allein oder in Gemeinschaft mit einem Andern getödtet zu haben. Nach dreitägiger Verhandlung erklärten heute die Geschworenen die Angeklagte für nichtschuldig des Mordes, des Todtschlages oder der Beihilfe dazu, aber schuldig der Aussetzung mit tödtlichem Erfolge. Darauf beantragte der Erste Staatsanwalt Petzler zwölf Jahre Zucht-