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Im deutschen Reich · 1899-09-01 · Heft 9 (September 1899) · p. 501

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 9 (September 1899)
Article
D. K., Eschwege
Date
1899-09-01
Page
501 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 501 — Da ist «S doch wohl auch nur eine Frage, wo der „oberhessische Wittwer" und der Offenbacher „Volkswächter" einmal hängen bleiben! L.» Dresden. Die „Deutsche Wacht" enthielt am 22. August nachstehende „Briefkasten-Notiz": „N. W. P. in Cr. Wie viel Juden in Dresden und wie viel in Leipzig am Mark deS deutschen Volkes zehren? Nach der Volkszählung vom 3. Dezember 1895 zählt« Dresden 3547, Leipzig 4862 jüdische Einwohner. Die» Getauften sind nicht mitgezählt." — Daß Sie als humaner Arbeitgeber, der sich oft in hervorragender Weise an Akten der Wohlthätigkeit betheiligt hat, mitbeschuldigt werden, „am Marke des deutschen Volkes zu zehren", ist allerdings bitter, aber mit einer Kollektiv-Beleidigungsklage würde man dort kaum etwas ausrichten. Daß am Mark der Anhänger des ehemaligen Abg. Zimmermann wenig mehr zu zehren ist, weiß dieser selbst am besten und die vernünftigen Bürger Dresdens und Leipzigs wiffen gewiß, daß es wahrlich nicht die Juden sind, die sie schädigen, sondern 'im Gegentheil diejenigen Leute, welche ihre tägliche Zehrung durch die Saat des Unfriedens zu gewinnen suchen. P. L., Leipzig. Die Behörde hat das von den in Ilmenau lebenden Juden eingereichte Gesuch behufs Gründung einer eigenen Gemeinde abgelehnt und die Ablehnung in dem Bescheide wie folgt begründet: „Die Zahl der in Ilmenau lebenden selbstständigen Israeliten ist so gering, daß es nicht angemesien scheint, ihrer Vereinigung die Rechte einer juristischen Person zu ertheilen und für sie den in dem Statut vorgesehenen umfänglichen Apparat in das Leben zu rufen. Es kommt hinzu, daß zwar einige in Ilmenau lebende Israeliten wohlhabend sind, einige andere aber, welche nach dem Statut zur Theilnahme an den Kosten der Kultusgemeinden gezwungen wurden, sich in weniger günstigen Vermögensverhältnissen befinden". G. H., Heidelberg. Die Badenser Israeliten haben trotz alledem hinreichenden Grund, auf der Wacht gegen den Antisemitismus zu bleiben, der sich dort in Kreisen geltend macht, mit denen man zu rechnen hat. Der „Scherz" des Professors Aug. Schuhmacher aus Stetten bei Lörrach, der sich bei einem Ausflug nach dem Kurort Todtnauberg in das dort aufliegende Fremdenbuch eintrug und dabei als seinen Beruf „A n t i s e m i t" angab, ging doch wahrlich über den Spaß. Mit Recht verwies die „N. Bad. Landesztg." auf den Uebermuth dieses „merkwürdigen Jugenderziehers" und fügte hinzu: „Jedenfalls scheint der Herr seine Lehrthätigkeit als Nebenberuf zu betrachten. Dann sollte er aber auch so viel „teutschen" Stolz besitzen, sich dafür nicht «inen Gehalt zahlen zu lasten, wie

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