Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 9 (September 1899)
- Article
- L. S., Altona
- Date
- 1899-09-01
- Page
- 500 (sequence 2)
- Language
- German
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600 Im deutschen Reich. ist. Er nahm den Namen von Halle bei seinem Austritt aus dem Judenthum an, angeblich, weil seine Großmutter, die Frau deS jüngst verstorbenen M. MeyerSberg, eine geborene von Halle gewesen. Etwas weit hergeholt ist der Name demnach immerhin." D. M., Kassel. „Bis auf einen Namen, alles Juden", bemerkt ein hessisches Antifemitenblatt zu dem im „Hanauer Anzeiger" veröffentlichten Prämiierungs-Ergebniß. Wir meinen, daß es den Herren Hirsch und Sußmann, Strauß-Büdesheim, Neuhof-SchlüchLern, Rosenthal-Meerholz, Solinger-Aschaffenburg, Katz-Marköbel, Moritz- Hellstein, Katz-Hungen und Strauß-Niederrodenbach genau ebenso wie dem Landwirth Schäfer-Niederrodenbach nur zur Ehre gereicht, so treffliche Kühe und Kälber ausgestellt zu haben. Vielleicht beschwichtigt es den darüber erbosten Herausgeber des hessischen Anüsemitenblattes, wenn ihm selbst Gelegenheit geboten wird, bei einer Ausstellung von Rindvieh auch einen ersten Preis zu erringen. £. K., Eschwege. Dem Abg. Ludwig Werner in Offenbach a. M., welcher Mitarbeiter der antisemitischen „Deutschen Volksmacht" ist, ist bekanntlich vor längerer Zeit von dem national-- sozialen Redakteur Erdmannsdörffer in Marburg vorgeworfen worden, trotz seiner antisemitischen Gesinnung einem jüdischen Blatte gegen Entgelt parlamentarische Notizen geliefert zu haben. Nach langem. Zögern und offenbar nur dem Drängen mißtrauisch gewordener Parteigenossen nachgebend, hat Abg. Werner die „Deutsch-Sozialen Blätter" zu der Mittheilung ermächtigt, daß er gegen Herrn Erdmannsdörffer Privatklage angestrengt habe. — Waö die hessische Antisemiten - Presse leistet, läßt sich aus jeder Nummer der „Volksmacht" erkennen. In der Nr. 57 dieses Antisemitenblattes befand sich im redaktionellen Theil folgende Notiz: „In Friedberg wurde vor einiger Zeit der Jud Blum in einer Wirthschaft verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ueber die Art seines Vergehens schwirren allerlei Gerüchte durch die Stadt. Da ein richtiger Jud so ziemlich tnit sämmtlichen Paragraphen des Strafgesetzbuches in Konflikt lebt, so werden auch all- Strafthaten als möglich bezeichnet; es ist eben nur die Frage, bei welchem Paragraphen er zufällig mal. hängen geblieben ist." Im Anzeigentheil derselben Nummer stand nachstehendes „Heirathsgesuch aus Oberhessen": „Ein Wittwer in den 30er Jahren in einem wohlhabenden Ort Oberhessens sucht eine Gehülsin reiner antisemitischer Gesinnung, welche Haus- und Feldarbeit gut versteht. Etwas Vermögen erwünscht. Nähere Auskunft ertheilt die Hess. Druckerei und Verlagsanstalt in Offenbach a. M."