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Im deutschen Reich · 1899-09-01 · Heft 9 (September 1899) · p. 499

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 9 (September 1899)
Article
F. G., Köln
Date
1899-09-01
Page
499 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 49 S fahren, daß man bei Festsetzung des dortigen PferdemarkteS die jüdischen Feiertage berücksichtigt hätte, wenn die betreffenden Interessenten die Behörde rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht haben würden. Nachdem die von der Stadtverwaltung festgesetzte Zeit von der Provinzialbehörde genehmigt worden, war das Gesuch um Abänderung freilich nahezu aussichtslos. Wenn darauf die 68 Mitglieder des Verbandes Rheinisch-Wests. Pferdehändler annoncierten, daß sie den Köln. Pferdemarkt am 5. und 6. September nicht beschicken und nicht besuchen würden, sollte damit wohl kaum ein Druck auf die Behörden ausgeübt oder das kauflustige Publikum von dem Markts fern gehalten, sondern die Kundschaft der betreffenden Herren über den Grund des Fernbleibens ihrer bisherigen Lieferanten einfach belehrt werden. Uebrigens sagt das Blatt selbst: „Man kann eö ruhig hinnehmen, ja hochachten, daß die Juden ihre Feiertage so streng halten." K. N., Hamburg. Das eingesandte Feuilleton des dortigen antisemitischen „Deutschen Blattes" „Heiteres vonLkennes" ist ein Offenbacher Lederartikel der „Deutschen Volksmacht". Es ist bezeichnend für diese Sorte der antisemitischen Presse, daß siesich nicht schämt, dem Löwen Labori einen Eselstritt zu versetzen, daß sie ihren Leserkreis niedrig genug taxiert, um ihm vorzulügen, daß Labori Jude und der gegen ihn versuchte Meuchelmord eine bestellte Arbeit der Dreyfus-Partei sei. Die eingestreuten Witzeleien „ein Jud fällt stets auf den Bauch", sowie über den Platz, wo die Kugel sitzt, über die durch zwei Schachteln Wanzenpulver erzeugte Angst u. a. m. sind charakteristisch für d.en Bildungsgrad derartiger antisemitischer „Schornalisten" — und ihrer Leser! In einem andern Artikel, der in der Offenbacher Fabrik hergestellt, auch den Heidelberger Antisemiten im „Volksboten" wortgetreu unterbreitet wurde, ist von „dem knabenhaften Benehmen des Frechlings Labori" die Rede; außerdem wird erklärt, daß man den französischen Generalstäblern doch mehr Zutrauen schenken könne, als der Rasse, „deren unehrliches Handeln durch die Talmudgesetze geheiligt ist." — Wir gönnen den französischen Generälen von Herzen dieses Vertrauensvotum des talmudfeindlichen deutschen Antisemiten Hirsche!! L. S.» Altona. Diese Thatsache war uns nicht unbekannt, da eine Notiz des Hamburger „Israelitischen Familienblatt" vom 30. Aug. mit den Worten schloß: „Bezüglich dieses Herrn Professors dürste es unsere Hamburger Leser interessieren, zu hören, daß derselbe der Sohn des bekannten hiesigen Rechtsanwalts rc. rc. Dr. H. B. Levy 34*

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