Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 9 (September 1899)
- Article
- L. M., Berlin
- Date
- 1899-09-01
- Page
- 497 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316650-2316659--05793-2324739- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Briefkasten der Redaktion. 497 Ausdrücke am Platze, als wie wir sie gebraucht haben? Wir können daS Urtheil darüber getrost sogar dem „Central-Verein deutscher Staatsbürger j ü b i * ■ schen Glaubens" überlassen. Es liegt uns fern, das gesammte Judenthum für solche jüdischen Preßflegeleien verantwortlich zu machen; wir wissen» daß es auch anständige Juden giebt, die solche Unverschämtheiten und freche Verhöhnungin ihrer christlichen Mitbürger auf das Schärfste verurtheilen und die uns Dank dafür wissen, daß wir solche Ausschreitungen zur Sprache bringen." — Es ist jedenfalls sehr liebenswürdig von der „Germania", wenigstens nicht das gesammte Judenthum für die Erzeugnisse des „Ulk" verantwortlich zu machen, aber Ausdrücke wie „jüdische Frechheit", „jüdische Preßflegeleien" beweisen, daß sie geradezu bezweckte, die Leistungen des ch r i st l i ch e n Redakteurs des „Ulk", Siegmar Mehring, und den nur der Abstammung nach zum Judenthum in Beziehung stehend.en evangelischen Chefredakteur des „Berl. Tageblatts" den Juden an die Rockschöße zu hängen. Ein Urtheil des „Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" würde diese beiden Herren gewiß sehr kalt lasten; die beharrlichen Bemühungen des Centcums-Organs, das Judenthum für Aeußerungen christlicher Schriftsteller über christliche Dinge verantwortlich zu machen, überlasten wir aber getrost dem Urtheil der Führer der Centrums» Partei, vor denen wir viel zu viel Achtung haben, als daß wir ihnen die Billigung irgend einer Preßflegelei zutrauen würden! Wir stehen nicht an, es geradezu für eine Unehrlichkeit zu erklären, wenn ein Blatt immer wieder die Aeußerungen christlicher Redakteure als jüdische Vergehungen bezeichnet. D. F.» Berlin. Daß das angebliche Witzblatt „Deutscher Michel" im Leitgedicht „Des Schauspiels Ende" die Strophe verbricht: „Er ist ein Verräther! Ihn treffe Fluch! Und mit ihm ist Juda gerichtet", auf der nächsten Seite aber unter der Ueberschrift „Politische Satyrspiele" erklärt: „Was kümmert's uns, ob Dreyfus schuldig öder ein Lamm der Unschuld ist?", ist eben der einzige Witz, der in der Nummer enthalten ist. Dieser Witz ist natürlich nicht beabsichtigt, ebenso wenig wie die Lächerlichkeit der Briefkastennotiz, in welcher beklagt wird, daß die hamburgischen Behörden sich nicht die Mühe genommen haben, den „Alldeutschen Verband" bei seiner dortigen Tagung zu begrüßen, weil sie nicht wissen, was alldeutsch ist." Darüber werden sich die Hamburger Behörden von dem antisemitischen Michel kaum belehren lassen! G. N.» Berlin. Der „Staatsbürger-Zeitung" wird aus dem 34