Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 8 (August 1899)
- Article
- J. M. Leipzig
- Date
- 1899-08-01
- Page
- 444 (sequence 2)
- Language
- German
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444 Im deutschen Reich. daß die jetzige Sitte der Studenten, eine ganz klein« Mütze auf dem Hinterkopf zu tragen, jüdischen Ursprungs fei. Der sonderbare alte Herr fügt hinzu: „Da seit vielen Jahren die Zahl der jüdischen Studierenden in stetem Wachsen begriffen ist, so haben sie eS durchgesetzt, daß in Korps, Landsmannschaften und Burschenschaften in dieser Beziehung alles sich nach ihnen richtet. (?) Was hatten wir einst in den vierziger und fünfziger Jahren für hübsche, kleidsame Mützen!" — Daß auch die Kotps, Landsmannschaften und Burschenschaften „verjudet" sein sollen, ist jedenfalls neu! <8. K. Leipzig. Wenn die „Staatsbürger-Zeitung^ die inzwischen auch von anderen Antisemiten-Blättern abgedruckte Notiz, das Verhalten der preußischen Medizinalverwaltung bei der Untersuchung der Syphilis. Serum-Einspritzungen betreffend, mit der Spitzmarke „Jüdische Professoren" versehen hat, ist dies die bekannte antisemitische Mache. Die noch unabgeschlossene Streitfrage kommt für uns hier gar nicht in Betracht; wir legen aber Werth darauf festzustellen, daß der wegen derselben so vielfach angegriffene Geheimrath Professor Dr. Neisser kein Jude ist. S. T. Planen i. V. Die von der „Staatsb.-Ztg." empfohlenen, dort im Verlag von A. Bensch erschienenen Postkarten, welche den Juden vom Schnorrer bis zum Geh. Kommerzienrath fortschreitend darstellen, waren uns bereits bekannt. Es ist Ihnen doch wohl bekannt, daß die Zahl der Geschastsantisemiten, welche aus geordneten Verhältniffen rasch zum Schnorren fortschreiten, weit ansehnlicher ist, als die der jüdischen Emporkömmlinge. O. D. Eisenach. Die seiner Zeit unter der Überschrift „Jüdische Intelligenz" von dem „Thüringer Landboten" in Meiningen gegen eine jüdische Firma wegen angeblicher Verletzung des Postgesetzes gerichtete Denunziation ist, wie sich erwarten ließ, völlig erfolglos geblieben. N. T. München. Der wegen mehrerer Einbrüche zu Zuchthausstrafe verurtheilte 22 jährige Ausgeher Hermann Gemünd er aus Czarnic in Galizien ist auch von hiesigen antisemitischen Blättern als Jude bezeichnet worden. Dies scheint aber unrichtig zu sein, da der in den Münchener und Augsburger Blättern gleichlautend veröffentlichte Polizeibericht diese Angabe nicht enthält, die erst nachträglich von einzelnen Zeitungen eingeschoben worden fein dürfte.