Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 8 (August 1899)
- Article
- D. G., Berlin
- Date
- 1899-08-01
- Page
- 440 (sequence 2)
- Language
- German
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440 3m deutschen Reich. brachten wir die Nachricht von einem Attentat auf einen Geistlichen, welcher mit der Hostie die Alembeckgafse passierte, durch eine in dieser Gasse unter Nr. 16 wohnhafte jüdische Familie Steinbach, welche Familie sogar von der Polizei arretiert worden sein soll. Diese Nachricht stellte sich als falsch heraus. Der Eigenthümer des genannten Hauses überzeugte uns, daß bei ihm gar kein Steinbach wohnt. Wir wollten aber trotzdem jene Nachricht noch nicht widerrufen und wendeten unS diesbezüglich an die Polizei. Dieser ist aber von einem ähnlichen Attentat absolut nichts bekannt, es wurde Niemand arretiert. Vielleicht wird jetzt der „Dziennik Polski" seinen giftgeschwollenen Artikel über die Verwilderung an die richtige, nämlich an seine eigene Adresse richten!" L. L. Berlin. Die P ü ck l e r - P o st k a r t e n sind der Männer würdig, welche diese Bewegung leiten. Drastischer kann die Anwendung des Dreschflegels gegen Greise, Frauen und Kinder kaum empfohlen werden. Daß der Zeichner dem „Drescher" ein herzlich dummes Gesicht verliehen und auf den Flegel den Namen „Pückler" gezeichnet hat, ist drollig. Uns genügt übrigens der schriftliche Bescheid der Kaiserlichen Ober-Postdirektion vom 27. Juni d. I.: „Die anliegenden Karten sind zur Postbeförderung nicht geeignet." — Die Blätter, welche die Notiz „Jüdischliterarischer Boykott" veröffentlichten, geben sich den Anschein, als oh der Brief des Herrn R. an den Schriftsteller Ottomar Beta, erst kürzlich abgesandt worden sei. Der Inhalt dieses Briefes ist aber schon im Jahre 1892 von der „Staatsbürger-Zeitung" (auf. Mittheilungen des aus jüdischer Familie stammenden, aber seit Jahren als antisemitischer Schriftsteller wirkenden Herr Ottomar Beta recte Bet 1 ziech) in einem besonderen Artikel erörtert morden. Derartige Auffrischungen alter Dinge sind bezeichnend für den Stoffmangel, an dem die antisemitische Presse krankt. C. D. Berlin. Die Verurtheilung des Hamburger Metzgers wegen Tierquälerei zu 30 M. Geldstrafe hat mit dem Schächtverfahren nichts zu schaffen. Wie der Vorsitzende des Schöffengerichts ausdrücklich hervorhob, handelte eö sich hier nicht um ein Verbot dieser Art und Weise der Tödtung der Thiere durch Oeffnung der Halsadern und Verblutung. B. C. Berlin. Das von der „Staatsbürger-Ztg." am 13. Juli abgedruckte „Borkum-Lied", welches rach der betreffenden Mittheilung jeden Abend unter Begleitung der Kurkapelle von den Badegästen gesungen wird, ist ein altes antisemitisches Jnventarstück. Gönnen SiedaffelbedenedlenJnsu!anern,deren langweiliger Sandfleck doch