Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 8 (August 1899)
- Article
- Posen
- Date
- 1899-08-01
- Page
- 429 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316650-2316658--05625-2324571- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 429 nischen Antisemiten: „Mag die „StaatSbürgrr-Ztg." in ihrem Kampf« wider die Juden, di« Polen und Böhmen in Ruhe lassen und nicht vergessen, daß diese in Oesterreich auf ihrem alten Kehricht wohnen, keine Ankömmlinge wie die Juden sind, also auch das Recht der Selbstverwaltung haben und die deutsche Vormundschaft gar nicht brauchen. Die „Staatsbürger-Ztg.", das Hauptorgan der deutschen Antisemiten, segelt seit einer gewissen Zeit deutlich unter der Hakatisten- Fahne und gießt ihre Galle auf die Polen aus, so weit sie kann und wo sie kann, als ob die Polen mit den Juden zusammen hielten. Das Schimpfen auf die Polen gehört heute in Deutschland zum guten Ton und zum Patriotismus. Diese Zeitung huldigt auch dem chauvinistischen Prinzip, lobt deshalb auch Bismarck und sagt, daß ■ er ein Antisemit war." — Bei dem Hetzen gegen die Juden werden sich „Posttzp" und „Staatsbürger-Ztg." schon wieder vertragen! Köln, 3. August. Der hiesige Verein zur Verbreitung und Förderung des Handwerks unter den Juden hat vor einigen Tagen'sein neues Lehrlingsheim eröffnet, in dem 50 auswärtige Zöglinge Aufnahme finden, während die Kölner zu Hause wohnen. Der Verein sucht für die Lehrlinge'die Meister, überwacht die Fortschritte in der Werkstätte, sorgt für den Fortbildungsunterricht und ermöglicht den befähigten Zöglingen die Ausbildung in kunstgewerblichen und technischen Fachschulen. Düsseldorf, 1. August. Der „Rheinisch-Westfälischen Ztg." wurde aus Siegen über das Stöcker-Organ „Volk" geschrieben: „U m s o n st nahmen die Bewohner des Landes das Blatt natürlich gerne, und in seinen Abonnements-Einladungen zum 1. April glaubte es denn auch mit einer Riesenauflage rechnen zu können. Aber der Erfolg blieb aus: als es an's Abonnieren gehen sollte, zogen die früheren Gratisempfänger sich schleunigst zurück und hatten plötzlich „sonst genug zu lesen". In der Abonnementseinladung zum 3. Quartal schlug das Organ weichere Töne an, die in dringendes Ersuchen an alte Freunde uud Gönner ausklangen, ihr Blatt doch in Bekanntenkreisen zu empfehlen. Das scheint nicht sonderlich gezogen zu haben, denn wie das „Siegener Volksblatt" feststellte, wird der Chefredakteur des Blattes, v. Oertzen, von der Redaktion zurücktreten. Seit dem 1. Juni sind auch die telegraphischen Drahtungen, die besondere Kosten verursachen, gänzlich weggesallen. n Rheydt, 19. Juli. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten beschäftigte man sich mit der im April d. I. beschloffenen Einschränkung des Sch achtens im hiesigen Schlachthofe. Nach dem damaligen Beschluß durften die hiesigen israelitischen Metzger